Dienstag, 20. November 2018

UBS nur der Auftakt USA überziehen Banken mit Klagen

Zu verkaufen: Während der US-Immobilienkrise mussten viele Eigentümer ihr Haus verkaufen. Mit den Hypotheken auf diesen Immobilien machten Banken lange Zeit gute Geschäft, auch durch den Verkauf gebündelter Kredite

Bei der Aufarbeitung der Finanzkrise steht jetzt die Schweizer Großbank UBS am Pranger. Sie soll bei milliardenschweren Hypothekengeschäften mit gezinkten Karten gespielt haben. Die USA verklagen die Bank auf rund eine Milliarde Dollar Schadenersatz. Der Fall ist wohl nur der Auftakt einer ganzen Klagewelle.

New York/Washington - Für die Schweizer Großbank UBS Börsen-Chart zeigen reißen die schlechten Nachrichten nicht ab. Nach einem enttäuschenden Quartalsergebnis und der Ankündigung eines milliardenschweren Sparprogramms sieht sich die Bank mit einer weiteren großen Klage in den USA konfrontiert.

Die Vereinigten Staaten verlangen Schadenersatz von der Schweizer Großbank. Das Kreditinstitut soll den beiden staatlichen US-Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac windige Hypotheken-Papiere im Wert von 4,5 Milliarden Dollar (3,1 Milliarden Euro) verkauft haben, worauf diese "substanzielle Verluste" erlitten hätten. Das Geld verlangt der Staat nun zurück. Die UBS erklärte, sich gegen die Vorwürfe wehren zu wollen.

Die Aufsichtsbehörde FHFA reichte am Mittwoch Klage vor dem Bezirksgericht von Manhatten ein und will damit mehr als 900 Millionen Dollar zurückholen, die die US-Immobilienfinanzierer verloren hatten mit hypothkenbesicherten Papieren Die Behörde wirft wirft der UBS vor, beim Verkauf der Hypotheken-Papiere in den Jahren 2005 bis 2007 falsche Angaben gemacht zu haben, unter anderem über die Kreditwürdigkeit der Schuldner. Im Laufe des Jahres 2007 platzte die Immobilienblase in den USA und viele Hausbesitzer konnten ihre Schulden plötzlich nicht mehr begleichen.

Die Klagewelle rollt jetzt offenbar erst richtig an

Dieser Streitfall dürfte nur der Auftakt einer ganzen Welle von Schadenersatzklagen von Fannie Mae und Freddie Mac sein. Insgesamt hat die FHFA nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr in 64 Fällen Informationen zu Hypotheken-Deals eingeholt. "Wir mühen uns weiterhin um Entschädigungen für die Verluste, die die Firmen erlitten haben", erklärte Behördenchef Edward DeMarco in Washington.

Fannie Mae und der kleinere Bruder Freddie Mac spielen für die Stabilisierung der angeschlagenen US-Immobilienmärkte eine entscheidende Rolle. Sie stehen direkt oder indirekt hinter der Mehrzahl der Hypotheken des Landes. Deshalb hatte die Regierung sie in der Finanzkrise aufgefangen und pumpte bislang rund 150 Milliarden Dollar in die Immobilienfinanzierer.

Die juristische Aufarbeitung der Finanzkrise läuft in den USA auf vollen Touren. Im Wochenrhythmus kommt es zu Klagen gegen diejenigen Banken, die die Hypothekenpapiere vor dem großen Knall verkauft hatten. Die Bank of America hatte ihre Streitigkeiten mit Fannie Mae und Freddie Mac zum Jahreswechsel gelöst, indem sie die strittigen Papiere schlicht zurückkaufte. Das kostete die Bank aber rund drei Milliarden Dollar.

rei/dpa/reuters

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