Dienstag, 27. Juni 2017

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Mischfonds Wer die besten Mix-Meister sind

Kaufen? Halten? Verkaufen? Wer nicht nur auf Aktien setzt, kann entspannter agieren

2. Teil: Das deutsche Problem umschiffen

"ETFs erlauben es Normalanlegern, die Gewinner ohne die Verlierer zu kaufen - und trotzdem in einem Fonds diversifiziert zu bleiben", schwärmt Nick Dewhirst, der mit Integral Asset Management allein ETFs zur Anlage nutzt. Und erklärt weiter: "Deutschland ist eine echte Maschine für Industrieprofite, aber verliert Geld, indem es diese Profite an überschuldete Länder verleiht. Mit ETFs kann man dennoch profitieren, indem man den Finanzsektor vermeidet - und das geht mit einem MDax-ETF."

Allerdings sorgt das große Interesse an ETFs dafür, dass die Anbieter immer mehr und immer komplexere Produkte ersinnen - und damit zum einen die Übersicht erschweren, zum anderen die Kernidee der ETFs als klares und einfaches Produkt konterkarieren.

Kein Wunder also, wenn Investoren nicht mehr weiterwissen - und zu Mischfonds greifen, Fonds, die ihnen die zentrale Frage nach der richtigen Mischung der Anlageklasse abnehmen. 14 Milliarden Euro steckten sie 2010 in diese Vehikel, allein in den ersten zwei Monaten dieses Jahres folgte eine weitere Milliarde. Keine schlechte Entscheidung, die Qualität der Produkte ist in den vergangenen Jahren sicherlich nicht schlechter geworden, beobachtet Andreas Köchling von Feri, "die Fondsmanager haben einiges gelernt". Markus Steinbeis beispielsweise ist es über drei Jahre gerechnet gut gelungen, für seinen Fonds Pioneer Investments Substanzwerte Aktien, Anleihen und Immobilienfonds zusammenzumixen.

Inzwischen gibt es sogar Dienstleister wie Intelligent Recommendations, die diese Mischung in aller Öffentlichkeit vornehmen. "Wir sammeln auf unserer Plattform separat Einschätzungen zur zukünftigen Depotaufteilung für verschiedene Anlagehorizonte, die in den aktuellen Auswertungen die Indexentwicklungen häufig vorwegnimmt", erklärt Corvin Schmoller, Sprecher des Unternehmens. "Bezüglich der Anlageverteilungen wird laufend ein Mittelwert gebildet, ein gleitender Durchschnitt oder Moving Average, welche prozentualen Anteile ein Index oder eine Anlageklasse im Depot erhalten soll." Mit anderen Worten, die Technik bündelt die Einschätzungen der Mehrheit und errechnet daraus ein bestimmtes Mischungsverhältnis.

Technik, Bauchgefühl; jeder professionelle Investor hat da seine eigene Handschrift. Dem Anleger ist sie im Zweifel egal - Hauptsache die Mischung stimmt.

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