Montag, 30. Mai 2016

Finanzprodukte Jeder dritte Deutsche will keine Werbung

Beratung: Bei Finanzprodukten, die Banken und Versicherer anbieten, sind Kunden in Deutschland sehr sensibel. Jeder Dritte spricht sich gegen unerwünschte Werbung aus

35 Prozent der Bundesbürger möchte unter keinen Umständen werblich von Finanzdienstleistungsunternehmen kontaktiert werden. Banken und Versicherer riskieren bei unerwünschter Werbung außerdem den Konflikt mit dem geltenden Recht. Die Folgen für ein Geldinstitut bei einem Verstoß gegen das Datenschutzgesetz sind immens.

Hamburg - Damit übersteigt die Zahl der Verweigerer von Bank- und Versicherungswerbung diejenige der Kunden, die es begrüßen würden, wenn ihnen ihre Bank oder Versicherung aktiv anbieten würde, sie über beispielsweise günstigere Konditionen zu informieren - 29 Prozent der Deutschen zeigen sich für einen solchen Service offen. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 1000 Personen aus Deutschland im Auftrag der Beratungsgesellschaft KWF Business Consultants.

Neben der bei vielen Kunden durch Werbeaktionen ausgelösten Verärgerung riskieren Banken und Versicherer zusätzlich den Konflikt mit dem geltenden Recht, und zwar wenn die Werbung nicht nur unerwünscht, sondern sogar unerlaubt war. Dürfen laut Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) personenbezogene Daten doch nicht ohne Einwilligung des Betroffenen verwendet werden. Die Verantwortung für die Einhaltung geltender Gesetze trägt dabei der Vorstand beziehungsweise die Geschäftsführung des Finanzdienstleisters, die operative Verantwortung liegt beim Datenschutzbeauftragten.

Wird ein Verstoß gegen das BDSG publik, sind die Folgen für die betroffene Bank oder Versicherung immens. 44 Prozent der befragten Deutschen würden keine Neugeschäfte mehr mit einem vom Datenverstoß betroffenen Unternehmen machen. Fast ebenso viele (42 Prozent) gehen sogar noch weiter und würden alle bestehenden Verträge kündigen. Die Bundesbürger kennen bei Datenschutz-Verletzungen durch Banken und Versicherungen kein Pardon.

Viele Bürger beklagen zudem, dass sie von ihrem Finanzdienstleister im Unklaren darüber gelassen werden, welche ihrer Datenangaben für das Unternehmen unverzichtbar sind. Mehr als jeder Dritte wünscht sich, dass ihm die Hausbank oder der Versicherungsberater deutlich macht, welche persönlichen Daten für die Erfüllung der Verträge wirklich gebraucht werden.

la

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