Freitag, 16. November 2018

Teure Rohstoffe Preise für Öl und Kupfer klettern weiter

Kupferproduktion: Bei den steigenden Weltmarktpreisen ein lukratives Geschäft

Der Preis für Kupfer hat ein Rekordhoch erreicht und nähert sich der Marke von 10.000 Dollar je Tonne. Rohöl der Marke Brent hält sich über 101 Dollar. Die Unruhen in Nahost, steigende Nachfrage in China sowie der schwache Dollar treiben die Preise: Für die Industrie wird die Rohstoff-Hausse zum Problem.

London - Die Erwartung eines anhaltenden Wachstums der Weltwirtschaft hat den Kupferpreis am Mittwoch auf ein Rekordniveau getrieben. Die Tonne des unter anderem in der Elektro-, Auto- und Bauindustrie verwendeten Metalls verteuerte sich auf 9988 Dollar je Tonne und nähert sich der Marke von 10.000 dollar. "Die generelle Angebotsschwäche bei Kupfer trägt dazu ebenso bei wie der schwächere Dollar und starke Konjunkturdaten aus China", sagte Analyst Jonathan Barratt von Commodity Broking Services.

Unterdessen klettert auch der Ölpreis weiter. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im März kostete gegen Mittag 101,57 US-Dollar. Das waren 17 Cent weniger als am Vortag. Binnen einer Woche ist der Ölpreis um knapp sechs Dollar gestiegen. Grund sind insbesondere die Unruhen im arabischen Raum. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte gegen Mittag minimal um einen Cent auf 90,78 Dollar zu.

Die steigenden Rohstoffpreise bereiten immer mehr Unternehmen Kopfzerbrechen. Im vergangenen Dezember erhöhte sich der Index des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) für alle Rohstoffpreise im Vergleich zum Vormonat um 9,4 Prozent. Damit erreichte der Preisindex den höchsten Stand des vergangenen Jahres. Im Verlauf des Jahres 2010 legten die Preise um knapp 31 Prozent zu. Metalle wie Zink, Kupfer und Blei verteuerten sich sogar um mehr als 41 Prozent. Und das dürfte so weiter gehen.

Agrarrohstoffe im Blick

Besonders bedrohlich ist der Preisanstieg bei Agrarrohstoffen. Vor allem Zucker, Getreide sowie Öle und Fette verteuerten sich seit Mitte vergangenen Jahres drastisch. Auch Fleisch kostete so viel wie nie zuvor. Erinnerungen an die Hungerkrise 2008 werden wach, als explodierende Rohstoffpreise katastrophale Folgen in Entwicklungsländern hatten. Allein der Weizenpreis legte 2010 im Jahresverlauf um 72 Prozent zu.

Auch die deutsche Ernährungsindustrie hat höhere Lebensmittelpreise angekündigt. Nach Angaben der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) verteuerten sich Agrarrohstoffe seit Mai 2010 um 40 Prozent. Der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Gerd Sonnleitner, sagte kürzlich: "Die Zeiten, als Milch, Butter, Eier oder Fleisch eine Inflationsbremse waren, sind vorüber, auch die Zeit der extremen Niedrigpreise beim Discounter."

Billiges Geld treibt die Preise

Die Rohstoffpreise werden auch von dem Geld getrieben, dass die Zentralbanken weltweit in den Finanzsektor gepumpt hätten, sagte der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, Anton Börner: "Die professionellen Investoren legen viel Geld in Rohstoffen an, weil es an Alternativen fehlt. Das schmeißt noch einmal richtig den Turbo an, und diese Entwicklung wird 2011 ungebremst weitergehen. Das sieht man besonders gut beim Öl."

ago/dpa/reuters

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