Samstag, 17. November 2018

Weltbank-Chef Zoellick Gold als Leitwährung

Wiederbelebung des Goldstandards: Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Leitwährung Dollar mit Gold hinterlegt. Zu Beginn der 1970er Jahre wurde das System wieder aufgegeben.

Angesichts des weltweiten Währungsstreits fordert Weltbank-Chef Robert Zoellick ein neues Wechselkurssystem. Zoellick will neben Dollar, Euro, Yen und Pfund auch Gold als Leitwährung etablieren.

Singapur - Der Chef der Weltbank, Robert Zoellick, hat sich für ein neues System internationaler Wechselkurse ausgesprochen, in dem auch ein neuer Gold-Standard definiert werden sollte. Dieses System könnte das in den 1970er Jahren gescheiterte Bretton-Woods-Abkommens über feste Wechselkurse ersetzen.

Zoellick erklärte am Montag in der "Financial Times", ein neues Währungssystem würde "vermutlich den Dollar, den Euro, den Yen, das Pfund und den Yuan umfassen und sich in Richtung Internationalisierung bewegen." Es sollte auch überlegt werden, den Goldpreis als internationalen Referenzwert der Markterwartungen für Inflation, Deflation und künftige Währungsbewertungen zu installieren, sagte Zoellick.

Vor dem Ersten Weltkrieg galt der Goldstandard als wichtigstes Bezugssystem für die Schwankungen von Währungen, nach dem Zweiten Weltkrieg schuf man Bandbreiten innerhalb des Währungssystems von Bretton Woods mit dem Dollar als Leitwährung, hinterlegt mit Gold. Zu Beginn der siebziger Jahre wurde das System wieder aufgegeben.

Der Preis für Gold hatte am Montag ein Rekordhoch bei 1398 Dollar je Feinunze markiert, vor allem wegen der Sorgen über die Schwäche der US-Währung. Die US-Notenbank Fed hatte vergangene Woche ihre Geldpolitik weiter gelockert und angekündigt, Staatsanleihen in Milliardenhöhe zu kaufen.

Analysten begrüßten den Vorschlag Zoellicks im Grundsatz, gehen aber nicht davon aus, dass solche Reformen bald in die Tat umgesetzt werden können. Ab Donnerstag findet in Südkorea der G20-Gipfel statt, bei dem auch über das Thema Währungen gesprochen werden soll.

mg/rtr

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