Freitag, 14. Dezember 2018

Unilever Milliarden-Kauf von Slim Fast Foods

Der Konsumgüterriese will die US-Firma Slim Fast Foods für rund 4,7 Milliarden Mark übernehmen. Sie soll im Marken-Portfolio eine führende Rolle spielen und Wohlfühl-Angebote über eine gemeinsame Internet-Plattform verkaufen.

Amsterdam - Unilever, der zweitgrößte Lebensmittelkonzern der Welt, will sich den größten Hersteller von Diät-Produkten einverleiben. Der vereinbarte Kaufpreis betrage 2,3 Milliarden US-Dollar (rund 4,7 Milliarden Mark), teilte Unilever am Mittwoch mit.

Slim Fast soll eine führende Marke in dem Nahrungsmittel-Portfolio von Unilever werden. Neben dem Ausbau der traditionellen Vertriebswege planten die beiden Unternehmen die Entwicklung einer Internet-Plattform über die Beratung und Dienstleistungen für die Bereiche Gesundheit und Vitalität angeboten werden sollen.

Slim Fast besitze einen Marktanteil von 45 Prozent in dem Sektor für Nahrungsergänzung und Diätkost, hieß es weiter. Das in Florida beheimatete Unternehmen produziert Produkte, die volle Mahlzeiten ersetzen und beim Abnehmen helfen sollen. Unilever will nach eigenen Angaben durch den Ankauf seine Position in diesem Markt weltweit ausbauen.

Im vergangenen Geschäftsjahr habe Slim Fast bei einem Umsatz von rund 611 Millionen Dollar einen operativen Gewinn von 125 Millionen Dollar ausgewiesen. In den letzten drei Jahren habe das Unternehmen die bei 20 Prozent liegende Zuwachsrate des US-Marktes übertroffen, teilte Unilever mit. Bisher wurden nur sechs Prozent des Umsatzes von Slim Fast außerhalb der USA erzielt, vor allem in Großbritannien, Frankreich und Deutschland.

Der Zukauf ist Unilevers größter seit langem. Erst Ende Februar hatte Unilever harte Maßnahmen bekannt gegeben, um wieder zu profitableren Konkurrenten wie Procter & Gamble aufzuschließen. 25.000 Arbeitsplätze und 100 Fabriken sollen binnen fünf Jahren weg fallen, die Produktpalette ebenso drastisch gestrafft werden.

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