Montag, 23. April 2018

Kapitalerhöhung Deutsche Bank sammelt 10,2 Milliarden ein

Größte Kapitalerhöhung in der Geschichte: Die Deutsche Bank wird bei ihrer Kapitalerhöhung rund 400 Millionen Euro mehr einnehmen als geplant

Die Deutsche Bank kann sich bei ihrer Kapitalerhöhung auf unerwartet hohe Einnahmen freuen. Das Institut legte den Bezugspreis für die neuen Aktien mit 33 Euro fest. Damit beläuft sich der Emissionserlös, mit dem der Branchenprimus die Komplettübernahme der Postbank finanziert, auf 10,2 Milliarden Euro.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank sammelt bei der geplanten Kapitalerhöhung noch etwas mehr ein als vor einer Woche angekündigt. Der Preis je Aktie sei auf 33 Euro festgelegt worden, teilte die größte deutsche Bank am Montagabend in Frankfurt mit. Damit nimmt der Branchenprimus insgesamt rund 10,2 Milliarden Euro ein - 400 Millionen Euro mehr als vor einer Woche angekündigt.

Es ist die größten Kapitalerhöhung in der Geschichte des Instituts. Damit wollen die Frankfurter die Übernahme der Postbank, an der sie derzeit knapp 30 Prozent halten, finanzieren und sich zudem für die neuen Regeln für die Bankbranche ("Basel III") rüsten. Mit knapp acht Milliarden Euro verschlingt die geplante Mehrheitsübernahme der Postbank den Löwenanteil der Kapitalerhöhung.

Die Deutsche Bank hatte am Sonntag vor einer Woche mitgeteilt, dass sie den Aktionären der Postbank eine Offerte vorlegen will. Den Preis je Postbank-Aktie hatte sie damals mit 24 bis 25 Euro beziffert. Dies ist deutlich weniger als die Deutsche Bank der früheren Postbank-Mutter, der Deutschen Post, bisher bezahlt hat und im Rahmen weiterer Vereinbarungen zahlen müsste.

Die größte deutsche Bank hatte sich im Spätsommer 2008 - kurz vor der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers - mit der Post auf den Kauf der Postbank verständigt. Wegen der Finanzkrise wurde die Transaktion teilweise neu aufgerollt. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann will das Privatkundengeschäft stärken und hatte in dem Bereich bereits öfter zugeschlagen. In den vergangenen Jahren hatte sie bereits die Berliner Bank (2006), Norisbank (2006) und Sal. Oppenheim (2009) erworben.

Die 308,6 Millionen neuen Anteile an der Deutschen Bank werden zuerst den bisherigen Anteilseignern angeboten. Die komplette Emission ist zudem von Investmentbanken abgesichert, so dass die Deutsche Bank fest mit dem Geld planen kann. Die bisherigen Aktionäre bekommen pro zwei gehaltenen Aktien eine neue dazu. Falls sie diese nicht beziehen wollen, können sie das Recht dazu an der Börse verkaufen. Diese sogenannten Bezugsrechte werden vom 22. September bis 1. Oktober an der Börse gehandelt.

Kapitalerhöhung kam bisher gut am Markt an

Am 6. Oktober sollen dann die neuen Aktien, die rückwirkend zum Beginn diesen Jahres voll gewinnberechtigt sind, an den Börsen in Deutschland gehandelt werden. Am Aktienmarkt kam die Kapitalerhöhung und die angekündigte Offerte für die Postbank insgesamt gut an. Die Deutsche-Bank-Aktie verlor seit der Ankündigung der Schritte trotz des immensen Volumens der Transaktion kaum an Wert. Experten lobten den Schritt der Deutschen Bank, da sie damit eine der ersten Großbanken Europas den Schritt an den Kapitalmarkt gewagt hatte.

Experten rechnen aufgrund der ebenfalls vor einer Woche bekanntgewordenen neuen Kapitalvorschriften für Banken mit einer Welle von Kapitalerhöhungen in den kommenden Monaten und Jahren. Ackermann hatte dagegen vor einer Woche betont, dass sein Haus wegen "Basel III" nicht noch einmal an den Kapitalmarkt müsse und die neuen Vorschriften bereits Ende 2013 erfüllen werde.

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