Dienstag, 19. März 2019

Deutsche Wirtschaft Araber wollen weiter investieren

Arabische Investoren sind weiter an Beteiligungen in Deutschland interessiert. Sowohl der Daimler-Großaktionär Aabar aus Abu Dhabi als auch Volkswagen-Miteigner Katar äußerten sich in diese Richtung. An der Börse werden schon erste Kandidaten für ein Investment gehandelt.

Hamburg - Der arabische Daimler-Großaktionär Aabar Investments schaut sich nach weiteren Engagements um. Als interessante Branchen nannte der staatlich kontrollierte Fonds des Emirats Abu Dhabi am Montag Bauindustrie, Luftfahrt und Finanzdienstleistungen.

Interesse: Arabische Investoren suchen weitere Beteiligungsmöglichkeiten
Das Unternehmen sei in den vergangenen zwölf Monaten zum aktivsten Investor im Emirat aufgestiegen, erklärte Unternehmenschef Chadem al-Kubaisi. Er bezifferte die Vermögenswerte von Aabar auf rund zehn Milliarden Dollar (etwa 7,4 Milliarden Euro). Abu Dhabi hält über Aabar seit dem Frühjahr 9,1 Prozent am Stuttgarter Daimler-Konzern Börsen-Chart zeigen.

Auch Volkswagen-Großaktionär Börsen-Chart zeigen Katar zeigt Interesse an weiteren Investitionen in Deutschland. "In Europa und speziell in Deutschland gibt es noch eine Reihe anderer interessanter Unternehmen, auf die wir schauen werden", sagte der Vize-Premier und Wirtschaftsminister des Emirats, Abdullah bin Hamad al-Attiyah, dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe).

Seinen Worten zufolge ist Deutschland mittlerweile wieder attraktiver für ausländische Investoren geworden. "Jetzt erscheint uns das Land wieder sehr offen für Investitionen", sagte er. "Ich denke, wenn man schon früher einen anderen Kurs gefahren hätte, hätte man wirtschaftlichen Schaden verhindern können", kritisierte der Minister.

Die frühere Regierungskoalition aus Union und SPD hatte das Außenwirtschaftsgesetz geändert, um im Ausnahmefall ausländischen Staatsfonds den Einstieg bei deutschen Unternehmen zu untersagen. Dies ist demnach möglich, wenn die Bundesregierung dadurch Sicherheitsinteressen bedroht sieht. Als schützenswert gelten Firmen, die im Krisenfall die Versorgung in den Bereichen Telekommunikation und Elektrizität sicherstellen.

Katar hält 17 Prozent der Volkswagen-Anteile und ist damit nach den Familien Piech und Porsche sowie dem Land Niedersachsen drittgrößter Eigner. Jüngst hatten VW und das Emirat eine Forschungskooperation angekündigt.

Nach Ansicht eines Börsianers dürfte der Bericht für das ein oder andere Gerücht am Markt sorgen. Namen wie Deutz Börsen-Chart zeigen sollten sich Marktteilnehmer in diesem Zusammenhang daher besser auf die Beobachtungsliste setzen. Hier habe es bereits Spekulationen um ein Interesse gegeben.

manager magazin mit Material von reuters und dpa-afx

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