Samstag, 17. November 2018

Hilmar Kopper Zum 65. nochmal in turbulente Zeiten

Als einer der wichtigsten Banker Deutschlands hat er das ganz große Geld bewegt. Als Aufsichtsratchef der neuen Deutschen Bank macht er auch nach dem 65. Geburtstag Karriere.

Und dennoch ist Hilmar Kopper vor allem wegen "Peanuts" bekannt. Jene inzwischen legendäre Äußerung, bei einem 50-Millionen-Mark-Verlust im Zusammenhang mit der Pleite des Baulöwens Jürgen Schneider handele es sich um "Peanuts", um Kleinkram eben, wurde sogar zum Unwort des Jahres 1994.

Der Banker, der am Montag 65 Jahre alt wird, bewies später Humor: Kopper warb für die FAZ, die mit dem Slogan "Dahinter steckt immer ein kluger Kopf" Prominente beim Lesen der Zeitung abbildete. So auch Kopper - auf einem Berg Erdnüsse sitzend.

Hilmar Kopper
REUTERS
Hilmar Kopper
Auch wenn Kopper nicht mehr Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank ist - als ihr Aufsichtsratschef begleitet er das Geldhaus gegenwärtig durch turbulente Zeiten. Die Fusion mit der Dresdner Bank wird das Finanzinstitut wieder an die Weltspitze katapultieren. Der neue Aufsichtratsvorsitzende des zusammengeschlossenen Geldgiganten steht schon fest: Hilmar Kopper.

Am 13. März 1935 kam Kopper als zweites von vier Kindern eines Landwirts im westpreußischen Oslanin zur Welt. Die Familie wurde vertrieben, und Kopper machte nach dem Abitur eine Banklehre. Danach war er Trainee bei der J. Henry Schroder Banking Corp. in New York und arbeitete anschließend in der Auslandsabteilung der Deutschen Bank in Düsseldorf. 1972 wurde er Vorstandsmitglied der Deutsch-Asiatischen Bank AG, 1975 stieg er zum Generalbevollmächtigten der Deutschen Bank auf und 1977 rückte er in den Vorstand ein.

Zum Vorstandssprecher der größten deutschen Bank wurde Kopper nach der Ermordung Alfred Herrhausens am 30. November 1989. Für die Deutsche Bank begann unter seiner Führung eine Phase des Umbruchs und Aufbruchs mit dem Ziel, das Geldhaus zu einem `Global Player" umzubauen. Dementsprechend krempelte Kopper nicht nur die Organisation der Bank um, sondern sorgte auch für einen globalen Ausbau der Präsenz des Bankkonzerns.

Doch auch einige Flops werden mit seinem Namen verbunden: Dazu zählen der Vergleich der Klöckner-Werke 1992 und die fehlgeschlagenen Ölgeschäfte der Metallgesellschaft AG im Jahr darauf. Ein Fehlschlag besonderer Art war dann die Schneider-Pleite 1994. Mit einem Engagement von rund 1,2 Milliarden Mark war die Deutsche Bank Hauptgläubiger des Immobilienimperiums. Auf einer Pressekonferenz nannte Kopper dann den Betrag von 50 Millionen Mark "Peanuts".

Zwei Jahre später kündigte Kopper ein wenig überraschend seinen vorzeitigen Rücktritt als Vorstandssprecher an. Seinem Nachfolger Rolf Breuer konnte er eine glänzende Bilanz hinterlassen, wechselte 1997 in den Aufsichtsrat des Bankkonzerns und übernahm dessen Vorsitz.

Daneben ist er auch in gleichem Amt für DaimlerChrysler tätig, bekleidet eine Reihe weiterer Aufsichts- und Verwaltungsratsmandate. Seit 1998 ist Kopper auf Wunsch der Bundesregierung zudem "Beauftragter für Auslandsinvestitionen in Deutschland".

Nach all den Jahren auf den Wirtschafts- und Politikseiten der deutschen Presse fand sich Kopper 1999 dann urplötzlich auf den bunten Seiten wieder: Nach 38 Ehejahren trennte er sich von seiner Frau Irene und zog in eine Wohnung in der Frankfurter Innenstadt.

Kaum war dies bekannt, machte Willy Brandts Witwe Brigitte Seebacher-Brandt ihre Liaison mit Kopper öffentlich. Ihren Posten als Leiterin der Abteilung Kultur und Gesellschaft bei der Deutschen Bank räumte sie Ende vergangenen Jahres.

© manager magazin 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH