Freitag, 16. November 2018

Mannesmann Anzeige gegen Esser wegen 60-Millionen-Abfindung

Firmen-Lenker Esser ist wegen seiner Rekordabfindung in Höhe von fast 60 Millionen Mark ins Visier der Justiz geraten. Zwei Anwälte haben ihn wegen der Rekordzahlung verklagt.

Goldener Handschlag: Esser (rechts), Gent
AP
Goldener Handschlag: Esser (rechts), Gent

Düsseldorf/Stuttgart - Die beiden Gesellschaftsrechtler stoßen sich an der Rekordabfindung von 60 Millionen Mark, die Esser nach der Übernahme Mannesmanns durch Vodafone Airtouch für sein Ausscheiden erhalten soll. Das bestätigte am Dienstag die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft. "Wir prüfen das jetzt. Für eine Beurteilung ist es noch zu früh", sagte der Sprecher. Ein Mannesmann-Sprecher nannte die Vorwürfe dagegen abwegig.

Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" geht die Anzeige auf die Stuttgarter Rechtsanwälte Mark Binz und Martin Sorg zurück. Sie nehmen Anstoß an der hohen Abfindung Essers von fast 60 Millionen Mark, insbesondere aber an der darin enthaltenen "Wertsteigerungszulage von rund 31 Millionen Mark". Es bestehe "der konkrete Verdacht, dass es sich um eine Gegenleistung dafür handelt, dass Herr Esser seinen Widerstand gegen die Vodafone-Übernahme aufgegeben hat".

Die hohe Abfindung für den Mannesmann-Chef verletze den Grundsatz des Aktiengesetzes, nach dem die Gesamtbezüge eines Vorstandsmitglieds "in einem angemessenen Verhältnis" zu den Aufgaben und zur Lage des Unternehmens stehen müssten, betonten die Rechtsanwälte. Esser habe sein Amt aber weniger als zwölf Monate innegehabt.

Esser bekommt 15,2 Millionen Mark Bezüge und Boni bis zum Ende seines Vertrages, einen Leistungsbonus von 12,6 Millionen Mark und eine Wertsteigerungszulage von 31 Millionen Mark.

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