Montag, 10. Dezember 2018

Ackermann "Mit der Bankenschelte aufhören"

Er mag sie nicht mehr hören: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann fordert in Davos ein Ende der öffentlichen Kritik an den Banken. Erneut warnte der Manager vor einer zu strikten Regulierung der Institute. Sie könne der gesamten Wirtschaft schaden.

Davos - Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat mehr Verständnis der Politik und ein Ende der öffentlichen Kritik an den Banken gefordert. "Wir sollten mit der Bankenschelte und den Schuldzuweisungen aufhören", sagte Ackermann am Donnerstag dem Fernsehsender CNBC in einem Interview anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos. Politiker glaubten, die Kreditinstitute hätten sich seit dem Abflauen der Finanzkrise nicht bewegt. Die Institute selbst sagten, sie hätten bereits viel geändert, und Aufsichtsbehörden stünden irgendwo dazwischen.

"Banken müssen proaktiver sein": Deutsche-Bank-Chef Ackermann
Der Chef der größten deutschen Bank betonte, es liege an den Geldhäusern selbst, das Vertrauen der Öffentlichkeit wieder zurückzugewinnen. "Banken müssen proaktiver sein und zeigen, dass sie zu helfen bereit sind. Weil am Ende arbeiten wir nicht für uns selbst und nicht allein für die Volkswirtschaft, sondern wir arbeiten zum Wohl von Menschen weltweit", sagte er.

Ackermann warnte erneut vor zu strikten Regulierungsvorschriften für Banken. Dies könne zu Schaden für die gesamte Wirtschaft führen. "Wir leben nach wie vor in einem sehr fragilen konjunkturellen Umfeld", sagte er. Es müsse gründlich überlegt werden, welche Folgen schärfere Vorschriften haben könnten. In den USA und Europa wird derzeit diskutiert, wie Banken stärker in die Schranken gewiesen werden können, damit es nicht mehr zu so schlimmen Finanzkrisen kommen kann.

In Davos werden bis Sonntag etwa 2500 Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft versammelt sein. Im Mittelpunkt vieler Gespräche stehen die Bankgeschäfte. Da zahlreiche Großbanken bereits wieder Milliarden-Gewinne machen und hohe Boni für Manager auszahlen, nachdem einige Institute zuvor von den Steuerzahlern gerettet werden mussten, wird der Ruf nach einer Beschneidung der Geschäfte immer lauter.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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