Montag, 11. Dezember 2017

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Autozulieferer Paragon geht in Planinsolvenz

Die Autokrise fordert weitere Opfer: Der Zulieferer Paragon, bekannt für seinen Sportwagen Artega, muss Insolvenz anmelden. Allerdings soll das bisherige Management im Amt bleiben. Alle Beteiligten hoffen auf einen raschen Ausweg aus der Misere.

Delbrück - Der börsennotierte Automobilzulieferer Paragon Börsen-Chart zeigen ist zahlungsunfähig. Der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens sollte noch am Montag beim Amtsgericht Paderborn eingehen, teilte das Unternehmen mit. Die Paragon AG mit Sitz in Delbrück leidet wegen der Absatzkrise in der Automobilindustrie nach eigenen Angaben seit längerem unter Liquiditätsproblemen.

Renommierobjekt: Der Sportwagen Artega wurde von Paragon konzipiert
Über Monate hinweg habe der Vorstand mit den Banken intensive Gespräche geführt, um die Kreditlinien zu sichern und zusätzliche Liquidität zur Überwindung der Krise zu erhalten, erklärte die Firma. Trotz eines deutlich erhöhten Auftragseingangs in den vergangenen Monaten sei es aufgrund der heterogenen Interessen der beteiligten Banken bislang jedoch zu keiner Lösung gekommen.

Mit dem bewussten Einleiten einer geordneten Insolvenz will der Vorstand eigenen Angaben zufolge nun für eine Bereinigung des Bankenkreises sorgen und eine Planinsolvenz in Eigenverantwortung anstreben. Dabei bleibt das bisherige Management eines Unternehmens vollständig oder weitgehend im Amt und das operative Geschäft kann unter Aufsicht eines vom Insolvenzgericht bestimmten Sachwalters praktisch unverändert fortgesetzt werden.

Die Paragon AG hat im Geschäftsjahr 2007 mit rund 594 Mitarbeitern einen Umsatz von 108,9 Millionen Euro erzielt. Nach den zuletzt verfügbaren Zahlen erwartete der Automobilzulieferer, das Geschäftjahr 2008 mit einem Verlust abzuschließen.

Paragon entwickelt, produziert und vertreibt Systemlösungen in den Geschäftsfeldern Automotive und Electronic Solutions. Neben dem Hauptsitz in Delbrück befinden sich Standorte in Suhl (Thüringen), St. Georgen (Baden-Württemberg), Nürnberg (Bayern) und Heidenheim (Baden-Württemberg).

manager-magazin.de mit Material von ap

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