Donnerstag, 19. Juli 2018

Pensionsfonds Calpers klagt gegen Ratingagenturen

Das dürfte die erste Klage gegen die großen drei Ratingagenturen sein - der kalifornische Pensionsfonds Calpers zieht gegen sie zu Gericht. Und ist selbst kein Leichtgewicht, er bündelt 173 Milliarden Dollar.

Washington - Der größte staatliche Pensionsfonds der USA, Calpers, hat einem Zeitungsbericht zufolge Klage gegen die führenden Ratingagenturen des Landes eingelegt, weil er sich durch deren Bewertungen in die Irre geführt sieht.

Ruf nach Gerechtigkeit: Ein Gericht soll die Fehler der Ratingagenturen klären
DDP
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In der in San Francisco eingereichten Klageschrift wirft der kalifornische Fonds Calpers den Agenturen Moody's, Fitch und Standard & Poor's vor, mit ihrer "unangemessen und unvernünftig" positiven Bewertung von immobiliengestützten Wertpapieren die Grundlage für verlustreiche Investitionen geschaffen zu haben, wie die "New York Times" am Mittwoch berichtete. Dadurch habe der Fonds etwa eine Milliarde Dollar verloren.

Die drei Agenturen hatten den Investmentprodukten des Typs SIV ("Structured Investment Vehicles") ihre Bestnote "AAA" erteilt. Calpers legte dem Bericht zufolge 2006 etwa 1,3 Milliarden Dollar in solchen Produkten an. Inzwischen sei der Wert dieser Papiere fast auf Null gefallen.

In der Klageschrift wird Calpers den Agenturen vor, ihre Bewertungen auf Grundlage "fehlerhafter Konzeptionen" und "inkompetenter Anwendung" vorgenommen zu haben. Zudem bestehe der Verdacht von Interessenkonflikten. Der Fonds fordere deshalb Schadenersatz, berichtete die "NYT" weiter.

Die Ratingagenturen selbst verhalten sich offenbar abwartend. "faktisch und juristisch" wertlos sei die Klage, so ein Sprecher des Verlagshauses McGraw-Hill, zu dem S&P gehört, gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Calpers selbst war für eine schnelle Einschätzung nicht zu erreichen.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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