Donnerstag, 14. Dezember 2017

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Vermögenswirksame Leistungen Dreimal die Förderung einstreichen

Oft gewährt der Arbeitgeber zum Lohn vermögenswirksame Leistungen. Und auch der Staat hilft den Arbeitnehmern bei der Vermögensbildung - zum Beispiel mit Sparzulagen. Doch für wen lohnen sich vermögenswirksame Leistungen eigentlich?

Hamburg - Vermögenswirksame Leistungen (VL) sind Geldleistungen des Arbeitgebers, die er zusätzlich zum Gehalt zahlt. Dabei zahlt er das Geld nicht aus, sondern legt es nach Wünschen des Beschäftigten an.

Familien im Vorteil: Sie profitieren von höheren Einkommensgrenzen
Arbeitnehmer und Arbeitgeber regeln die vermögenswirksamen Leistungen vertraglich entweder über den individuellen Arbeitsvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder den Tarifvertrag. Die Gehaltshöhe spielt bei den vermögenswirksamen Leistungen keine Rolle - wohl aber, wenn es darum geht, ob eine Arbeitnehmersparzulage gewährt wird.

Für die Förderung über die Arbeitnehmersparzulage sind bestimmte Einkommensgrenzen zu beachten. Dabei spielt die Form des Sparens eine Rolle. Bis zum Jahr 2008 lag die Grenze für alle zulässigen Sparformen (Beteiligungs-, Konten- und Bausparen) bei einem Einkommen von jährlich 17.900 Euro (Ledige) beziehungsweise 35.800 Euro (Verheiratete). Ab 2009 wurde die Grenze für das Beteiligungs- und Kontensparen auf 20.000 Euro (Ledige) beziehungsweise 40.000 Euro (Verheiratete) angehoben. Beim Bausparen blieb es bei den alten Grenzen.

Die höhere Einkommensgrenze für Verheiratete gilt nur, wenn die Ehepartner steuerlich zusammen veranlagt werden. Stirbt ein Ehepartner, kann sie letztmalig im Sterbejahr in Anspruch genommen werden. Bei einer getrennten Veranlagung gilt die Einkommensgrenze für Ledige.

Bei der Einkommensermittlung für Ehepaare mit Kindern werden die Kinderfreibeträge und die Freibeträge für Betreuung, Erziehung und Ausbildung (BEA) der Einkommensgrenze zugeschlagen. Dabei werden auch die Jahre voll gerechnet, in denen keine kompletten Jahresfreibeträge steuerlich berücksichtigt wurden.

Fünfköpfige Familie: Einkommensgrenze steigt auf 58.072 Euro

Dazu ein Beispiel: Eine Familie hat bereits zwei Kinder, für die Kinder- und BEA-Freibeträge gewährt werden. Am 30. Dezember 2009 wird ein weiteres Kind geboren. Es werden schon in diesem Jahr drei volle Jahresfreibeträge (6024 Euro) berücksichtigt - insgesamt also 18.072 Euro. Die Einkommensgrenze für vermögenswirksame Leistungen dieser Familie steigt damit auf 58.072 Euro.

Zugrunde gelegt wird das zu versteuernde Einkommen. Von Ihrem Einkommen können Sie also den Arbeitnehmer- und Sonderausgaben-Pauschbetrag, die Vorsorgepauschale und bei Alleinerziehenden den Entlastungsbetrag abziehen. Können Sie höhere als die Pauschbeträge absetzen, sind natürlich diese Beträge abzuziehen.

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