Montag, 17. Dezember 2018

Finanzbranche Mein Haus, mein Manager, meine Uni

Die Ressource Wissen wird immer wichtiger. Das gilt für Geldverwalter genau so wie für andere Unternehmen. Einige Assetmanager ziehen nun die Konsequenzen aus dieser Erkenntnis - sie investieren in kommerzielle Forschungsinstitute.

London/Frankfurt/Hamburg - Wer in der Zentrale der Hedgefondsschmiede Man Investments aus dem Fenster schaut, blickt auf die Themse. Blicken die Herren über die Hedgefonds dagegen in die Zukunft, sehen sie Oxford. Oxford, das steht in ihren Augen für exzellente akademische Ausbildung. Das Unternehmen hat dort gleich zwei Institute ins Leben gerufen, ein kommerzielles und ein nicht-kommerzielles.

Siegerpose: Geschickte Fondsverwalter spülen ihren Arbeitgebern viel Geld in die Kassen. Kein Wunder, dass die DWS vor gar nicht allzu langer Zeit ihre fähigsten Manager auf Hochglanzfotos in die Werbung brachte
"Das eine Institut fokussiert sich auf die kommerzielle Forschung im Bereich 'quantitative Finance', während das andere denselben Bereich von der Grundlagenforschung her untersucht", erklärt Anthony Ledford, der das kommerzielle Forschungslabor leitet.

Das Unternehmen ist kein Einzelfall - ganz zaghaft investieren Assetmanager in die Ressource Wissen.

Szenenwechsel. Wieder der Blick aus einem Fenster, diesmal in Frankfurt. Statt Stuck dominiert dort Stahl, statt der Themse sieht man dort den Main. Dort, das sind die Geschäftsräume von Lupus Alpha. Das Unternehmen machte sich Anfang 2000 einen Namen unter der Federführung von Smallcap-Aktien-Afficionado Karl Fickel, konzentriert sich jetzt auf institutionelle Kunden und hat ein "Talenthotel" aufgebaut.

Damit will "die Gesellschaft die Erprobung junger, innovativer Investmentansätze systematisch vorantreiben" erklärt Ralf Lochmüller, Sprecher der Partner. "Wenn man Innovationen systematisch entwickeln will, braucht man geeignete Teststrecken. Das gilt nicht nur für die Automobil-Industrie, sondern auch für das Assetmanagement", sagt Lochmüller.

Ob Talenthotel oder ein eigenes universitäres Institut - vor allem ein Gedanke dürfte die Unternehmen zu so einem Schritt bewogen haben.

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