Sonntag, 22. Juli 2018

Fitch-Rating Schlechte Noten für Sal. Oppenheim

Die Ratingagentur Fitch hat wichtige Bonitätsnoten der Privatbank Sal. Oppenheim und ihrer Tochter BHF-Bank gesenkt. Die Ertragsaussichten in den Kerngeschäftsfeldern des Konzerns seien nach wie vor schwierig. Zudem entstand laut Fitch durch den Verkauf der Arcandor-Anteile ein Verlust.

Frankfurt - Das langfristige Emittentenrating der beiden Institute setzten die Analysten auf "A-" von "A" herab, wie Fitch am Donnerstagabend mitteilte. Das Individualrating für beide Banken senkte Fitch auf "C" von "B/C".

Verluste mit dem Arcandor-Engagement: Sal. Oppenheim
Das kurzfristige Emittentenrating blieb bei "F1". Die Fitch-Analysten sehen bei Sal. Oppenheim das Risiko, dass die Finanzkrise die Profitabilität des Konzerns weiter belastet. Zudem seien die Ertragsaussichten in den Kerngeschäftsfeldern des Konzerns nach wie vor schwierig.

Das Kölner Bankhaus mit Hauptsitz in Luxemburg kann die Entscheidung der Ratingagentur nachvollziehen. "Die Herabstufung um einen Schritt ist ebenso akzeptabel wie verständlich", sagt Sal.Oppenheim-Sprecher Dirk von Manikowsky.

Die Bank behauptet sich damit allerdings noch immer unter den deutschen Geldhausen mit den vergleichsweise solidesten Bonitätsnoten, die ohne Staatshilfe wirtschafteten. Das Geldhaus hat offenbar mittlerweile Sparmaßnahmen eingeleitet, die auch von den Ratingagentur Fitch gefordert worden waren.

Sal. Oppenheim hatte in den vergangenen Jahren zahlreiche Beteiligungen an deutschen Industriekonzernen gekauft, diese im Frühjahr dieses Jahres aber in eine Holding ausgelagert, um dort entstehende Verluste vom Bankgeschäft fern zu halten. Unter anderem gehört dazu die Beteiligung am pleitegegangenen Handels- und Touristikkonzern Arcandor. Einen Teil davon verkaufte Sal. Oppenheim vor ein paar Wochen. Nach Angaben von Fitch war dabei ein kleiner Buchverlust entstanden.

manager-magazin.de mit Material von reuters

© manager magazin 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH