Donnerstag, 21. Juni 2018

SachsenLB Sachsen muss Millionen zahlen

Im Debakel um die frühere SachsenLB wird es ernst: Der sächsische Steuerzahler muss erstes Geld aus der Milliardenbürgschaft für die Fehlspekulationen der Landesbank aufbringen. Zu Gunsten des Kreditinstituts müssen knapp 1,7 Millionen Euro aus dem Garantietopf entnommen werden.

SachsenLB: Der Steuerzahler gleicht aus, was Banker verzockt haben
Dresden - An die ehemalige Landesbank-Tochter Sealink Funding Limited seien am Dienstag 1,68 Millionen Euro ausgezahlt worden, teilte das Finanzministerium am Mittwoch in Dresden mit. Für den Rest des Jahres rechnet der Freistaat damit, dass ein "mittlerer zweistelliger Millionenbetrag" zur Ausfalldeckung nötig sein werde.

Die SachsenLB war 2007 hatte sich auf den internationalen Finanzmärkten in Milliardenhöhe verspekuliert und war im Zuge der Immobilienkrise an den Rand der Pleite gerutscht. Nur durch eine Bürgschaft in Höhe von 2,75 Milliarden Euro war die Landesbank Baden-Württemberg bereit gewesen, die SachsenLB zu übernehmen.

In der außerbilanziellen Zweckgesellschaft "Sealink Funding Limited" sind riskante Fonds der SachsenLB im Umfang von 17,3 Milliarden Euro gebündelt. Die Garantieauszahlung sei am 30. Juni erfolgt, teilte das Ministerium mit.

Die marode SachsenLB war 2007 an die Landesbank Baden-Württemberg LBBW verkauft worden. Das Land Sachsen bürgte für Ausfälle mit 2,75 Milliarden Euro. Riskante Geschäfte der irischen Tochtergesellschaft auf dem US-Hypothekenmarkt hatten die SachsenLB an den Abgrund gebracht. Die Pleite konnte nur durch einen eilig organisierten Verkauf an die LBBW abgewendet werden, die aber das Land Sachsen mit enormen Kosten belastet. Die Bank arbeitet heute als Sachsen Bank unter dem Dach der LBBW.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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