Dienstag, 11. Dezember 2018

Air France-KLM Erster Verlust der Konzerngeschichte

Die weltweite Luftfahrtkrise hat den europäischen Branchenprimus Air France-KLM erstmals seit seiner Entstehung 2003 tief in die Verlustzone gestürzt. Der französisch-niederländische Konzern kappt daher die Kapazitäten und baut Tausende Stellen ab.

Paris - Im Geschäftsjahr 2008/09 (per Ende März) sei ein Verlust von 814 Millionen Euro angefallen, sagte Konzernchef Pierre-Henri Gourgeon am Dienstag in Paris. "Das neue Geschäftsjahr wird noch einmal sehr schwierig."

Im Vorjahr hatte der härteste Lufthansa-Konkurrent als eine von wenigen deutlich rentablen Fluggesellschaften noch 756 Millionen Euro verdient. "Die Geschäftsreisen und der Frachtverkehr sind im zweiten Halbjahr besonders stark zurückgegangen", sagte Gourgeon. Es gebe zwar Anzeichen einer Stabilisierung. Doch eine klare Prognose für das laufende Jahr wolle er nicht geben. "Wir haben keine Sicht."

Nach Zukäufen wie dem Einstieg bei Alitalia Börsen-Chart zeigen ist jetzt Sparen angesagt. Im laufenden Geschäftsjahr würden drei Prozent der 107.000 Stellen gestrichen, sagte Finanzchef Philippe Calavia. "Das sind so 3000 Stellen." Im Vorjahr seien 2700 Stellen weggefallen. Air France-KLM Börsen-Chart zeigen will die Passagierkapazitäten um 4,5 Prozent und die Frachtkapazitäten um 11 Prozent drücken. Die Investitionspläne werden auf 1,4 Milliarden Euro halbiert.

Kräftige Einsparungen von 1,9 Milliarden Euro erwartet Gourgeon beim Treibstoff. Zuletzt hatte Air France-KLM kräftig draufgezahlt, weil der Konzern sich mit Termingeschäften gegen Preissteigerungen abgesichert hatte. Die Preise waren aber gefallen und Air France-KLM hatte viel teurer eingekauft als nötig. Die Absicherungsgeschäfte seien von 80 auf 45 Prozent der Treibstoffkäufe gedrückt worden, sagte Gourgeon.

Auch operativ rutschte Air France-KLM 2008/09 mit 129 Millionen Euro die Verlustzone. Das waren zwar rund 70 Millionen weniger, als noch vor wenigen Wochen angekündigt. Doch 2007/08 hatte der Konzern operativ noch 1,41 Milliarden Euro verdient.

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