Donnerstag, 22. November 2018

Indien Börse feiert Wahlsieg der Kongresspartei

In Indien hat der klare Wahlsieg der regierenden Kongresspartei an der Börse ein wahres Kursfeuerwerk ausgelöst. Der Leitindex Sensex legte so stark zu wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. Wegen der heftigen Gewinne wurde der Aktienhandel vorzeitig beendet.

Mumbai - Der Leitindex Sensex 30 in Mumbai (Bombay) schloss am Montag um 17,3 Prozent höher - einen solchen Tagesanstieg hat der führende Börsenplatz Indiens seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr erlebt. Wegen der heftigen Kursbewegungen wurde der Handel mehrfach unterbrochen und schließlich noch vormittags beendet: Mit einem Schlusskurs von 14.284 Punkten wurde der höchste Wert seit September erreicht.

Blumen für den Premier: Der Ökonom Manmohan Singh (l.) gilt als wirtschaftsfreundlich
AP
Blumen für den Premier: Der Ökonom Manmohan Singh (l.) gilt als wirtschaftsfreundlich
Ein automatischer Schutzmechanismus unterbricht den Handel, wenn der Sensex zu stark nach oben oder unten ausschlägt. Es war das erste Mal, dass der Mechanismus bei einem Ausschlag nach oben einsetzte.

"Die siegreiche Kongresspartei-Koalition ist wirtschaftsfreundlich", sagte Aktienhändler Phillip Gillett beim Broker IG Index. "Dies ist gut für Minenwerte wie Vedanta und auch für die Weltkonjunktur, da Indien zuletzt eine der am stärksten wachsenden Volkswirtschaften war."

Ministerpräsident Manmohan Singh ist trotz seines Sieges auf weitere Bündnispartner angewiesen. Ein langwieriges Geschacher mit Splitterparteien über Koalitionen dürfte ihm aber erspart bleiben. An den Märkten wird nun darüber spekuliert, ob die Regierung ihren größeren Bewegungsspielraum im Parlament zu einer Reformpolitik nutzen könnte.

Dabei könnte sie zum Beispiel Staatsbeteiligungen abstoßen, um Spielraum für den Abbau des Haushaltsdefizits zu erhalten. Dazu könnte auch beitragen, dass die neue Regierung nicht mehr auf die Kommunisten als Partner angewiesen ist.

Der Mobilfunkbetreiber Bharti Airtel gehörte ebenso zu den großen Kursgewinnern wie der staatliche Maschinenbauer Bharat Heavy Electricals. "Die Investoren wollen kaufen - nichts weiter", kommentierte Analyst R. Sriram von Icici Securities die Rally. Die Großbank Morgan Stanley sieht für den BSE-Index in diesem Jahr noch ein Aufwärtspotenzial von 7 Prozent auf 15.300 Punkte. "Wir sehen eine größe Wahrscheinlichkeit für einen Bullen- als für einen Bärenmarkt", prognostiziert die US-Bank.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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