Donnerstag, 22. Juni 2017

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Dax-Geflüster Wenn das Geld frisch aus der Presse kommt

3. Teil: Wie Staaten ihre Schulden "weginflationieren"

Das Problem: Nimmt am Ende einer Rezession die Konsumnachfrage zu, bevor der Produktionsmotor hochfährt, lässt die große Geldmenge die Preise steigen, das steht in jedem Lehrbuch.

Billionensummen auf der Rechnung: Viele Staaten werfen in der Krise die Gelddruckmaschinen an
Auf diese Weise werden Inflationen geboren - die sich danach spiralförmig verschärfen können.

Ein probates Mittel dagegen wäre, den Geldhahn im richtigen Moment wieder zuzudrehen. Die Krux ist jedoch: Genau daran ist vielen Staaten gar nicht gelegen. Denn die enorme Verschuldung, die auf den Etats dann immer noch lastet, lässt sich durch eine Geldentwertung bequem verringern (der Fachmann spricht vom "Weginflationieren").

Nicht genug damit also, dass sich Anleger und Sparer derzeit mit Minirenditen begnügen müssen.

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Auch künftig wird von dem, was der Kapitalmarkt abwirft, real nicht allzu viel übrig bleiben. Hinzu kommen wohl Steuererhöhungen, mit denen die Staatenlenker ebenfalls versuchen dürften, ihre Defizite in den Griff zu bekommen.

Auf dem G20-Gipfel hatten solche düsteren Aussichten keinen Platz. Auch dem großen Verfechter staatlicher Konjunkturprogramme, dem britischen Ökonom Keynes, selbst, dürften sie einerlei gewesen sein ("In the long run we are all dead").

Den Anlegern dagegen lassen sie vor allem zwei Alternativen: Entweder sie erhöhen das Risiko ihrer Investments und erhalten so die Chance auf höhere Renditen. Oder sie flüchten in Sachwerte wie zum Beispiel Immobilien, die - ein Blick ins Lehrbuch hilft auch hier - keinen nominal fixierten Wert haben und daher inflationsgeschützt sind. Jedenfalls theoretisch.

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