Montag, 18. Februar 2019

Washington Mutual Die 13-Milliarden-Dollar-Klage

Die kollabierte US-Privatkundenbank Washington Mutual verklagt die staatliche Einlagensicherung FDIC. Sie fordert von ihr mehr als 13 Milliarden Dollar. Der Vorwurf: Die Aufsicht habe die Banksparte der einst größten Sparkasse in den USA zu einem Dumpingpreis verkauft.

Schnell und billig verkauft: Die einst größte US-Sparkasse Washington Mutual klagt jetzt gegen den amerikanischen Einlagensicherungsfonds.
New York - Washington Mutual Börsen-Chart zeigenwirft dem Fonds unter anderem vor, am 25. September vergangenen Jahres den Notverkauf ihrer Banksparte an J.P. Morgan Chase für eine unvernünftig niedrige Summe eingeleitet zu haben. Der FDIC erklärte am Sonntag, die Behörde äußere sich nicht zu Rechtsstreitigkeiten.

Washington Mutual (WaMu), die ehemals größte Sparkasse der Vereinigten Staaten, wurde damals unter die Aufsicht des FDIC gestellt, weil ihr infolge der Finanzkrise das Geld ausging. In den Tagen zuvor hatten die WaMu-Kunden wegen der unsicheren Lage bei der Bank 16,7 Milliarden Dollar abgezogen.

Die Einlagensicherung verkaufte daraufhin deren Banksparte eilig für 1,9 Milliarden Dollar an J.P. Morgan. WaMu, die einen Tag nach dem Verkauf des Filetstücks an J.P. Morgan Insolvenz nach US-Recht anmeldete, fordert in ihrer Klageschrift unter anderem die Rückzahlung von Investitionen in Höhe von 6,5 Milliarden Dollar, die sie seit Dezember 2007 in ihre Bankensparte gesteckt habe.

Die im Jahr 1889 gegründete Washington Mutual war eine der am schwersten von der Häuser- und Kreditmarktkrise betroffenen Banken. Ihr Aus war einer der größten Bankenzusammenbrüche der US-amerikanischen Geschichte.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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