Samstag, 16. Februar 2019

Deutsche Bank Ackermann will wieder 25 Prozent Rendite

Ohne das Ziel einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent wäre die Deutsche Bank inzwischen Geschichte, meint Vorstandschef Josef Ackermann. Trotz der Finanzkrise peilt er die umstrittene Marke schon wieder an.

Tutzing - Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann hat seine Forderung nach 25 Prozent Eigenkapitalrendite verteidigt. "Wenn wir uns das nicht vorgenommen hätten, würde es die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen heute nicht mehr geben", sagte Ackermann am Sonntag auf einer Veranstaltung der Evangelischen Akademie Tutzing. Ausreichend Gewinne seien wichtig, um in schwierigen Zeiten zahlungsfähig zu sein, betonte er.

Packen wir es an: Deutsche-Bank-Chef Ackermann redet wieder von Gewinnen
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Packen wir es an: Deutsche-Bank-Chef Ackermann redet wieder von Gewinnen
Ackermann hatte für seine Vorgabe einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent viel öffentliche Kritik geerntet. Ökonomen und Bankexperten hatten überambitionierte Gewinnziele als eine Ursache der gegenwärtigen Krise identifiziert. Nun sagte Ackermann, die Marke sei kein absoluter Maßstab: "25 Prozent ist nicht in Stein gemeißelt. Das war damals eine Richtgröße, die die Besten in der Branche ungefähr erreicht haben."

In seinem Heimatland Schweiz hätten aber viele Geldinstitute bereits in den 80er Jahren auf diesem Niveau gearbeitet. Auch jetzt liege die Marke trotz der Wirtschaftskrise für die Branche erneut in Reichweite. "Viele große Banken werden diese Ziele im ersten Quartal wieder erreichen", schätzte Ackermann. Wann die Deutsche Bank wieder in diese Größenordnung vorstoßen will, verriet er nicht.

Ackermann zeigte sich stolz, dass die Deutsche Bank nicht von Staatsfonds und staatlichen Finanzspritzen abhängig sei. Er räumte allerdings ein, dass die Deutsche Bank indirekt auch von den Staatshilfen profitiere.

Als richtig bezeichnete er es, dass der deutsche Staat zur Stabilisierung der Banken mit Milliardensummen aushilft. Es bestehe allerdings die Gefahr, dass das Pendel zwischen Markt und Staat nun zu weit in Richtung Staat gehe.

"Es ist wichtig, dass der Staat die Grenzen erkennt", unterstrich Ackermann. Er sprach sich zugleich für eine koordinierte europäische Finanzaufsicht aus.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters

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