Donnerstag, 25. August 2016

Ratingagentur Finanzkrise rüttelt am "AAA" der USA

Die Ratingagentur Moody's sieht die Bonitätseinstufung "AAA" der USA durch die Finanzkrise getestet. Analysten halten diese Einschätzung allerdings nur für einen warnenden Hinweis. Und tatsächlich - Irland und Spanien seien deutlich gefährdeter, so Moody's.

New York - Die weltweite Wirtschaftsflaute stellt der Ratingagentur Moody's zufolge die Top-Bonitätseinstufung der USA und Großbritanniens auf die Probe. Die ebenfalls mit der Bestnote "AAA" eingestufte Kreditwürdigkeit von Ländern wie Deutschland, Frankreich und Kanada sei im Vergleich robuster, erklärte Moody's am Donnerstag.

Abgestempelt: Ein gutes Rating ist Ausweis hoher Wirtschaftskraft
Die größte Gefahr unter den Ländern mit Top-Rating sieht die Agentur für Irland und Spanien. Analysten sagten, mit der Stellungnahme signalisiere Moody's auf eine höfliche Art, dass die Bestnoten für die USA und Großbritannien in Gefahr sind. Das hohe Ansehen von US-Anleihen als sicherer Hafen für Investitionen habe bereits gelitten, hieß es. Am Finanzmarkt stieg der Preis für eine Versicherung gegen den Ausfall britischer Staatsanleihen in Folge der Moody's-Stellungnahme auf den höchsten Stand aller Zeiten. Auch die Kosten für einen entsprechenden Ausfallschutz von US-Anleihen sind im Zuge der Krise bereits rasant gestiegen - sie haben sich von nahezu Null auf das 80-fache verteuert.

Dennoch halten es Analysten für nahezu ausgeschlossen, dass die USA ihre Anleihen nicht zurückzahlen. Da die USA nur Schulden in Dollar haben, könnten sie theoretisch einfach Geld drucken. Das Rating der USA und Großbritanniens werde vor allem durch den Schock für ihr Wachstumsmodell und aufgrund hoher Verschuldungen "getestet", erklärte Moody's.

Beide Länder zeigten jedoch eine angemessene Fähigkeit, der Herausforderung zu begegnen, erläuterte Moody's-Volkswirt Pierre Cailleteau. Moody's teilte die Länder mit "AAA"-Rating nach ihrer Fähigkeit zur Krisenbewältigung in drei Gruppen ein: Am sichersten sind demnach Deutschland, Frankreich, Kanada und die skandinavischen Länder. Irland - und zu einem etwas geringeren Ausmaß Spanien - seien am meisten gefährdet. Die USA und Großbritannien liegen demnach in der Mitte.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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