Donnerstag, 1. September 2016

Kaupthing-Kunden Verwirrung um Entschädigung

Die insolvente isländische Kaupthing-Bank will ihre deutschen Kunden nach wie vor entschädigen. Für Unruhe hatte zuvor eine Aussage des isländischen Präsidenten gesorgt. Er sagte, seine Landsleute verspürten wenig Lust, für die Verluste deutscher Sparer aufzukommen. Das rief die Bank selbst auf den Plan.

Berlin/Reykjavík - Die zwangsverstaatlichte isländische Kaupthing-Bank will ihre deutschen Kunden nach wie vor voll entschädigen. Das sagte eine Banksprecherin der dpa am Dienstag in Reykjavik. Sie reagierte damit auf Interview-Äußerungen des isländischen Staatspräsidenten Ólafur Grímsson, der sich in der "Financial Times Deutschland" gegen die Entschädigung deutscher Sparer ausgesprochen hatte.

Kaupthing-Bank: Was geschieht mit den Einlagen?
Die Bank selbst hatte vergangene Woche bei einer Gläubigerversammlung erklärt, man verfüge in Deutschland derzeit über 80 Prozent der Mittel, um die Einlagen von insgesamt 300 Millionen Euro komplett auszuzahlen. Daran habe sich nichts geändert. "Wir stehen zu unseren Verpflichtungen", sagte die Sprecherin.

Auch aus dem Bundesfinanzministerium in Berlin verlautete, man gehe weiter von einer Entschädigung der gut 31.000 deutschen Sparer durch die Kaupthing-Bank aus. "Island ist im Rahmen seiner gesetzlichen Einlagensicherung zur Entschädigung der Anleger verpflichtet", erklärte eine Ministeriumssprecherin auf Anfrage. Die Fakten hätten sich nicht geändert. Deutschland sei aber weiterhin bereit, Island bei der Erfüllung seiner gesetzlichen Verpflichtung im Rahmen eines Darlehensangebot zu unterstützen.

Grímsson hatte in dem Interview erklärt, den isländischen Steuerzahlern sei nicht zu vermitteln, dass sie jetzt auch noch für die Verluste deutscher Sparer aufkommen müssten. Er meinte weiter: "Die Deutschen müssen begreifen, dass die Menschen in Island alles verloren haben."

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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