Freitag, 14. Dezember 2018

IWF/EZB Beistand für Ungarn und Dänemark

Der Internationale Währungsfonds wird Ungarn mit einem "substanziellen Finanzpaket" unter die Arme greifen. Gleichzeitig stellt die Europäische Zentralbank der dänischen Notenbank bis zu zwölf Milliarden Euro zur Sicherung der Liquidität ihres Finanzsystems zur Verfügung - obwohl die Dänen nicht mal Mitglied im Euro-System sind.

Washington/Frankfurt am Main - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Ungarn Milliardenhilfen zugesagt. Beide Seiten hätten sich auf ein Programm zur Stabilisierung in Not geratenen Wirtschaft des Landes geeinigt. Im Gegenzug für Wirtschaftsreformen werde Budapest ein substanzielles Hilfspaket zur Verfügung gestellt, erklärte IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn.

Die ungarische Währung stabilisierte sich nach der Hilfszusage und legte am Montag leicht gegenüber dem Euro zu. Der Index der wichtigsten ungarischen Börsenwerte an der Budapester Börse verlor allerdings 10 Prozent. Der Handel mit Papieren wie der Ölgesellschaft MOL und der OTP Bank musste sogar wegen hoher Verluste zeitweise ausgesetzt werden.

Die Europäische Zentralbank (EZB) stellt der dänischen Notenbank unterdessen bis zu zwölf Milliarden Euro zur Sicherung der Liquidität des dänischen Finanzsystems zur Verfügung. Eine entsprechende Vereinbarung für ein Devisentauschgeschäft gelte, so lange es notwendig sei, teilte die EZB am Montag in Frankfurt am Main mit. Europas Zentralbank eilt damit erneut einer nicht zum Euro-System gehörenden Zentralbank zu Hilfe. Zuletzt hatten die Frankfurter Währungshüter auch der ungarischen Zentralbank mit Euro ausgeholfen.

Ebenso wie Ungarn leidet auch Dänemark stark unter der Finanzkrise. Vergangene Woche hatte die Notenbank trotz weltweit drohender Rezession den Leitzins überraschend erhöht, um die Landeswährung Krone zu stützen.

Angesichts der Finanzkrise arbeiten die Notenbanken vieler Länder eng zusammen. So hatten die Euro-Banker der ungarischen Zentralbank bis zu fünf Milliarden Euro geliehen. Über ein Tauschabkommen mit der US-Notenbank Federal können die Frankfurter wiederum inzwischen ohne Limit Dollar-Liquidität in den europäischen Markt geben.

Auch zwischen der Schweizer Notenbank und der EZB gibt es Abkommen, um die Versorgung der Märkte in der Eurozone mit Schweizer Franken zu gewährleisten.

manager-magazin.de mit Material von ddp, dpa und reuters

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