Sonntag, 16. Dezember 2018

Short Squeeze Kursverdopplung bei VW

Die Volkswagen-Aktie verbucht heute als einziger Dax-Wert Kursgewinne - und zwar mehr als deutliche. Seit Handelsbeginn hat sich das Plus auf fast 100 Prozent vergrößert. Grund sind offenbar Leerverkäufer, die nach einer Mitteilung von Porsche eilig ihre Positionen glatt stellen.

Frankfurt am Main - Aktien von Volkswagen Börsen-Chart zeigen sind gegen den erneut sehr schwachen Markttrend deutlich angesprungen. Auf dem Weg zur Mehrheitsübernahme hat Porsche Börsen-Chart zeigen laut einer Meldung vom Sonntag seinen Anteil am Wolfsburger Autobauer auf 42,6 Prozent aufgestockt. Auf weitere 31,5 Prozent kann das Unternehmen ebenfalls zugreifen. "Die Folge ist ein massiver Short-Squeeze", sagte ein Börsianer - also der panikartige Rückkauf von leer verkauften Beständen.

Schlingerkurs: Mit der VW-Aktie geht es rauf und runter
VW-Stammaktien sprangen um fast 100 Prozent von 210 Euro auf über 410 Euro an. Für den Dax Börsen-Chart zeigen ging es dagegen um 2,45 Prozent oder auf 4190,40 Punkte nach unten. Ohne die Kursgewinne des Autobauers würde der Verlust sogar rund 7,6 Prozent betragen. Porsche-Aktien verloren 8,99 Prozent auf 41,89 Euro.

Hintergrund: Nach der Mitteilung vom Sonntag besitzt die Porsche Holding derzeit 42,6 Prozent der Volkswagen-Stammaktien. Zudem verfüge Porsche über 31,5 Prozent cash gesettelte Optionen auf Volkswagen-Stammaktien zur Kurssicherung. In der Summe ergebe dies 74,1 Prozent, hieß es weiter. Porsche habe sich zur Offenlegung entschlossen, weil deutlich mehr Short-Positionen im Markt seien als erwartet.

Die Information der Besitzverhältnisse solle Finanzinstituten, die auf einen fallenden VW-Kurs gewettet haben oder noch wetten, Gelegenheit geben, ihre Positionen in Ruhe und ohne größeres Risiko aufzulösen. Von dieser Ruhe kann jedenfalls heute keine Rede sein.

Ziel ist es laut Porsche, im kommenden Jahr auf 75 Prozent aufzustocken und damit den Weg für einen Beherrschungsvertrag freizumachen. Es bleibe dabei, dass Porsche noch im November oder Dezember die 50-Prozent-Hürde bei Volkswagen nehmen wolle.

Einem Händler zufolge sind im vergangenen Monat rund 15 Prozent der Stammaktien an Leerverkäufer verliehen gewesen. Zur Eindeckung stehe den auf fallende Kurse setzenden Spekulanten unter Berücksichtigung der Informationen vom Wochenende jetzt nurmehr ein echter Streubesitz von 5,9 Prozent zur Verfügung.

Hintergrund: Weitere 20,2 Prozent der VW-Aktien liegen im Besitz des Landes Niedersachsen. Daran hat sich in den vergangenen Wochen allen Gerüchten zum Trotz offenbar nichts geändert. "Wir haben das VW-Gesetz, wir haben die Satzung, die unabhängig vom VW-Gesetz ist, und die kann nur mit 80 Prozent geändert werden", sagte der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff am Montag in Berlin. "Wir haben 20,2 Prozent, insofern ist da auch viel Säbelrasseln."

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