Freitag, 16. November 2018

HypoVereinsbank Ifo-Chef Sinn ersetzt Martini im Aufsichtsrat

Das Geldhaus hat für den zurückgetretenen Aufsichtsrat Martini einen renommierten Nachfolger gefunden. Hans-Werner Sinn, der Chef des Münchner Ifo-Instituts, zieht in das Kontrollgremium ein.

München - Der 51-Jährige Sinn soll das Mandat bis zur Hauptversammlung im Mai zunächst kommissarisch übernehmen. Die Wahl muss nach Angaben der Bank noch vom Registergericht bestätigt werden. Anschließend stimmen die Aktionäre auf der ordentlichen Hauptversammlung am 3. Mai über die Entscheidung ab.

Sinn ist Ordinarius für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft an der Universität München und seit Februar 1999 Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung. Der gebürtige Westfale studierte Volkswirtschaft in Münster und Mannheim und wurde 1984 an die Universität München berufen. Seit 1989 ist er außerdem Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundeswirtschaftsministerium. Er gilt als einer der angesehensten Wirtschaftswissenschaftler Deutschlands.

Eberhard Martini, der ehemalige Chef der Hypo-Bank, war im Zuge der Immobilienaffäre als Aufsichtsrat der HypoVereinsbank zurückgetreten. Ein Sondergutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO hatte aufgedeckt, dass die Risikovorsorge der Hypo-Bank Ende 1997 um mehr als 3,6 Milliarden Mark zu niedrig war. Die HypoVereinsbank, zu der sich die beiden bayerischen Banken zusammengeschlossen hatten, war daher zu einer Wertberichtigung von 3,5 Milliarden Mark gezwungen. Nach Vorlage des Gutachtens im vergangenen Oktober erklärten sieben ehemalige Hypo-Bank-Manager, darunter auch Martini, ihren Rücktritt.

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