Donnerstag, 21. März 2019

Krisenticker Greenspan räumt Fehler ein

Der ehemalige US-Notenbankchef Alan Greenspan hat im Rahmen der Finanzkrise erstmals eigene Fehler eingeräumt. Und die US-Regierung bereitet nach den Hilfen für die Finanzbranche ein Paket für Hausbesitzer vor. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

"Ich habe falsch gelegen mit der Annahme, dass Organisationen aufgrund von Eigeninteresse ihre Aktionäre und ihr Firmenkapital am besten schützen können": Alan Greenspan
21.47 Uhr: Der ehemalige US-Notenbankchef Alan Greenspan hat im Rahmen der Finanzkrise erstmals eigene Fehler eingeräumt. Die hochkomplexen Kreditversicherungs-Geschäfte (Credit Default Swaps, CDS) nicht stärker zu regulieren, sei ein Fehler gewesen, sagte Greenspan bei einer Anhörung in einem Ausschuss des US-Parlaments. "Ich habe falsch gelegen mit der Annahme, dass Organisationen - speziell Banken - aufgrund von Eigeninteresse ihre Aktionäre und ihr Firmenkapital am besten schützen können", sagte Greenspann.

20.49 Uhr: Der vor der Übernahme durch den Investor Augur stehende Finanzdienstleister Cash Life ist im dritten Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Nach Steuern belief sich der Verlust auf rund 13 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Operativ ergab sich ein Minus von rund zwei Millionen Euro nach einem Gewinn von 3,1 Millionen vor Jahresfrist. Das Unternehmen berichtete von Einmalbelastungen in Höhe von knapp fünf Millionen Euro, insbesondere durch diverse Abschreibungen.

20.14 Uhr: Die deutschen Aktienindizes haben im späten Parketthandel ihre Verluste ausgeweitet. Der L-Dax ging bei 4406 Punkten aus dem Handel, nachdem der Leitindex auf Xetra um 1,12 Prozent auf 4519 Punkte nachgegeben hatte.

19.02 Uhr: Nach den Hilfen für die Finanzbranche bereitet die US-Regierung nun auch ein milliardenschweres Paket für Hausbesitzer vor. Darlehensgarantien sollen die Banken dazu bewegen, verschuldeten Eigentümern günstigere Konditionen einzuräumen.

18.41 Uhr: Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen dreht nach zwischenzeitlichen Gewinnen wieder leicht ins Minus.

18.01 Uhr: Deutsche Banken sind offenbar die wichtigsten privaten Kreditgeber für Island. Von Bankschulden in Höhe von 75,3 Milliarden US-Dollar, die bis Ende Juni dieses Jahres in Island aufgelaufen waren, stammten 21,3 Milliarden Euro von deutschen Finanzinstituten. Dies geht aus der am Donnerstag veröffentlichten vierteljährlichen Bankenstatistik der in Basel ansässigen Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hervor. Damit kommt ein gutes Drittel des von Banken bereit gestellten Geldes aus Deutschland.

17.32 Uhr: Die Ratingagentur Fitch hat eine wichtige Bonitätsnote der BayernLB gesenkt. Die Analysten stuften das Individualrating der Münchener Landesbank auf "C/D" von "C" zurück, wie Fitch am Donnerstag mitteilte. Das langfristige Emittetenausfallrating bestätigte Fitch dagegen mit "A+". Der Ausblick dafür ist stabil. Das Individualrating ist ein Indikator dafür, wie ein Institut ohne Unterstützung dastehen würde. Die Analysten der Agentur Standard & Poor's sehen dagegen derzeit keinen Anlass, ihre Einstufungen für die BayernLB zu ändern.

Bundesverfassungsgericht: Eine neue Beschwerde gegen das Rettungspaket ist auf dem Weg nach Karlsruhe
dpa
Bundesverfassungsgericht: Eine neue Beschwerde gegen das Rettungspaket ist auf dem Weg nach Karlsruhe
17.01 Uhr: Zwei namhafte Bankenrechtler und Verbraucheranwälte wollen eine weitere Verfassungsbeschwerde gegen das 500-Milliarden-Paket zur Rettung deutscher Banken einlegen. Die Beschwerde werde am Freitag beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingereicht, sagten am Donnerstag der Nürnberger Rechtsanwalt Klaus Kratzer und sein Göttinger Kollegen Reiner Füllmich der Nachrichtenagentur AFP. Die 500 Milliarden Euro drohten "ohne jeglichen Sinn zu verpuffen" und würden wohl zu höheren Steuern führen.

Bereits am Montag hatte ein Unternehmen aus Thüringen Verfassungsbeschwerde gegen das Finanzmarktstabilisierungsgesetz eingereicht, weil es die Banken gegenüber anderen Unternehmen unzulässig bevorzuge. Füllmich sagte, noch niemand habe schlüssig erklärt, warum nicht auch mal eine Bank Pleite gehen dürfe.

16.52 Uhr: General Motors Börsen-Chart zeigen will dem verschärften Abschwung auf dem US-Automarkt mit Entlassungen begegnen. Diese sollten bereits Ende des Jahres und Anfang 2009 beginnen, teilte der größte US-Autobauer in einem Brief an Topmanager mit. In allen Geschäftsbereichen des Konzerns weltweit werde es dringend erforderliche Sparmaßnahmen geben, hieß es in dem Schreiben.

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