Mittwoch, 21. November 2018

Pleite US-Textilfirma Fruit of the Loom beim Konkursrichter

Der US-Textilhersteller Fruit of the Loom Ltd. hat gemeinsam mit zahlreichen Tochterfirmen Schutz vor seinen Gläubigern bei einem Konkursgericht gesucht. Das Unternehmen mit weltweit 40.000 Mitarbeitern will sich sanieren.

Chicago/Wilmington - Das gab der Hersteller von Unterwäsche, T-Shirts, Sportkleidung und anderen Textilien am Mittwoch bekannt. Fruit of the Loom hat ein Verfahren im Rahmen des Kapitels elf des US-Konkursrechtes beantragt. Dies gibt dem Unternehmen unter Aufsicht eines Konkursrichters die Möglichkeit, Sanierungspläne auszuarbeiten und umzusetzen. Die Mitarbeiter und Lieferanten sollen weiter bezahlt werden, betonte die Gesellschaft.

Der Konzern trägt eine Schuldenlast von 1,3 Milliarden Dollar. Die Bank of America sagte eine Kreditlinie von 625 Millionen Dollar zu. Die Auslandstöchter von Fruit of the Loom seien nicht an dem Verfahren beteiligt, erklärte das Unternehmen.

Der Markenname Fruit of the Loom wird seit 1851 verwendet. Außerdem vertreibt das Unternehmen Produkte unter Markennamen wie BVD, Gitano, Best und Screen Stars. Lizenzmarken sind Wilson und Munsingwear.

Das Unternehmen hatte später als andere einen erheblichen Teil seiner Produktion aus den USA in Billigländer in der Karibik und in Lateinamerika verlegt. Danach gab es Produktions- und Inventarprobleme.

Fruit of the Loom hat in den ersten neun Monaten 1999 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Dollar und einen Verlust von knapp 178 Millionen Dollar verbucht. Der Aktienkurs stürzte in diesem Jahr von 19 auf 1,25 Dollar. Die Wall Street hatte seit Wochen über den Gang zum Konkursrichter spekuliert.

Fruit of the Loom ist bei Männer- und Knabenunterwäsche mit einem US-Marktanteil von rund einem Drittel Nummer zwei hinter Hanes, die zur Sara Lee-Gruppe gehört. Der Finanzier William Farley hatte das Unternehmen Mitte der achtziger Jahre für 1,4 Milliarden Dollar gekauft und dann an die Börse gebracht. Er musste im August seinen Posten als Unternehmenschef niederlegen, bleibt aber Verwaltungsratsvorsitzender. Dennis S. Bookshester, der aus der Einzelhandelsbranche kam, wurde Firmenchef.

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