Sonntag, 22. April 2018

Übernahme BofA kauft Merrill Lynch

Eine weitere US-Bank verliert ihre Selbständigkeit: Die Bank of America übernimmt für 50 Milliarden Dollar ihre Rivalin Merrill Lynch. Der Kaufpreis wird nach Angaben beider Banken per Aktientausch bezahlt. Die Transaktion soll im ersten Quartal 2009 abgeschlossen werden.

New York - Den Vertragsbedingungen zufolge wird die Bank of America Börsen-Chart zeigen 0,8595 eigene Aktien für einen Merrill-Lynch-Anteil zahlen. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Anteilseigner sowie der Kartellbehörden.

Gekauft: Merrill wird von der Bank of America übernommen
Den Vertragsbedingungen zufolge werden drei Merrill-Lynch-Directors in den Board of Directors der Bank of America Board entsandt.

Die Übernahme von Merrill Lynch Börsen-Chart zeigen führt nach Aussage von Bank-of-America-CEO Ken Lewis zu Synergieeffekten. Diese würden die Unternehmen Werthaltigkeit der Unternehmen steigern. Die Fusion sei daher eine "große Chance" für die Anteilseigner, so Lewis.

Nach Kalkulationen der Bank of America sollen durch den Zusammenschluss bis 2012 Kosteneinsparungen von sieben Milliarden Euro vor Steuern entstehen. Die Akquisition werde die Gewinne ab 2010 positiv beeinflussen.

Das neu entstehende Unternehmen werde in den Bereichen "Retail-Brokerage" und "Wealth-Management" haben, hieß es in der Mitteilung beider Banken weiter. Nach dem Zusammenschluss wird die Bank of America rund 20.000 Finanzberater beschäftigen, die ein Vermögen von rund 2,5 Billionen US-Dollar verwalten.

Durch die Übernahme von Merrill Lynch wird die Bank of America zusätzlich eine Beteiligung von rund 50 Prozent an der Investmentgesellschaft Blackrock erwerben. Blackrock verwaltet aktuell Vermögenswerte von 1,4 Billionen Dollar.

Ein von der Bank of America angeführtes Konsortium hatte bislang als möglicher Käufer der angeschlagenen Investmentbank Lehman Brothers gegolten. Am Sonntag wurde bekannt, dass sich die britische Barclays Bank aus den Verhandlungen über einen Kauf der New Yorker Investmentbank zurückgezogen hatte. Sollte kein Käufer gefunden werden, dürfte ein Konkurs von Lehman Brothers unausweichlich sein. Die US-Regierung lehnt eine staatliche Rettungsaktion ab.

manager-magazin.de mit Material von reuters, dow jones, afp

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