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25.08.2008
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Steuern
Ein Viertel zahlt drei Viertel

Eine Minderheit kommt in Deutschland für den Großteil der Einkommensteuer auf. Laut der amtlichen Statistik trägt ein Viertel der Steuerzahler drei Viertel der Steuerlast. Die Zahlen geben Aufschluss über die Verteilung der Einkommen.

Berlin - 26,8 Prozent der Steuerpflichtigen erzielten 2004 Einkünfte von mindestens 37.500 Euro, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Diese Gruppe zahlte 79,6 Prozent der Lohn- und Einkommensteuer.

Steuerbescheid: Die wenigen Reichen zahlen am meisten
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DPA

Steuerbescheid: Die wenigen Reichen zahlen am meisten

Insgesamt nahm der Staat mit dieser Steuer 180,8 Milliarden Euro ein. Das seien 2,1 Prozent mehr als 2001. Der durchschnittliche Steuersatz sank gleichzeitig von 21,6 auf 20,3 Prozent. "Hauptgrund dafür ist die Senkung des Spitzensteuersatzes", sagte ein Statistiker. Er lag 2001 bei 48,5 Prozent und ging 2004 auf 45 Prozent zurück. Als steuerpflichtig erfasst wurden rund 35 Millionen Bürger, wobei zusammen veranlagte Ehegatten mitgezählt wurden. Sie erzielten Einkünfte in Höhe von 1,1 Billionen Euro. Das ist ein Plus von neun Prozent im Vergleich zu 2001. Der deutliche Zuwachs geht den Statistikern zufolge allein darauf zurück, dass mit Einführung der elektronischen Lohnsteuerbescheinigungen erstmals Bezieher relativ niedriger Einkommen weitgehend vollständig erfasst wurden.

Für das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) belegt die Statistik, dass die Umverteilung von oben nach unten funktioniert. "Von einer sozialen Schieflage kann keine Rede sein", sagte IW-Experte Winfried Fuest zu Reuters. "Aufgrund der Progression werden Einkommen zu einem erheblichen Teil umverteilt." Eine stärkere Belastung höherer Einkommen sei deshalb unnötig, die Reichensteuer überflüssig. "Denn die Reichen werden schon überproportional belastet", sagt Fuest. Notwendig sei eine Entlastung unterer und mittlerer Einkommen.

Für das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) gibt die Statistik nicht das ganze Bild wieder. "Die Möglichkeit, Steuern legal und illegal zu umgehen, steigt mit dem Einkommen", sagte IMK-Experte Achim Truger zu Reuters. Bei indirekten Steuern - von der Mehrwert- bis zur Tabaksteuer - gebe es zudem keine Progression, die eine stärkere Belastung höherer Einkommen sicherstelle. Auch würden Spitzenverdiener bei Kranken- und anderen Sozialversicherungen de facto geringer belastet, weil die über den Beitragsbemessungsgrenzen liegenden Einkommen abgabenfrei seien.

10,1 Millionen oder 28,8 Prozent erzielten Gesamteinkünfte von maximal 10.000 Euro. Diese waren zum größten Teil steuerfrei. Die Hälfte der Steuerpflichtigen hatte Einkünfte von weniger als 23.000 und zahlte dafür 4,2 Prozent Einkommensteuer.

Unter den Spitzenverdienern waren 9688 Einkommensmillionäre mit Durchschnittseinkünften von 2,7 Millionen Euro. Sie stellten 0,03 Prozent aller Steuerpflichtigen und zahlten im Schnitt 968.000 Euro Einkommensteuer. Die Hälfte der gesamten Einkommensteuer wendeten Steuerpflichtige mit Einkünften von mehr als 66.200 Euro auf. Das waren 8,2 Prozent aller Einkommensteuerpflichtigen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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