Sonntag, 16. Dezember 2018

Bundesliga Die Geldmeister Europas

Die Fußball-Bundesliga ist zur profitabelsten Liga in Europa aufgestiegen. Die britischen Vereine haben zwar ihren Vorsprung beim Umsatz ausgebaut, gleichzeitig aber teurer eingekauft. Die sparsamen Bundesliga-Clubs glänzen mit einer Rendite von 18 Prozent.

Düsseldorf - Das geht aus dem "Annual Review of Football Finance" hervor, in dem die renommierte Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte zum 17. Mal die Finanzdaten im europäischen Spitzenfußball untersucht hat und der am (heutigen) Donnerstag vorgestellt wird. Laut Deloitte erzielten die 18 deutschen Clubs in der Saison 2006/2007 einen Gewinn von 250 Millionen Euro und waren in dieser Kategorie damit erstmals "Europameister". Ihren Umsatz steigerte die Bundesliga um 15 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro.

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Nur die englische Premier League lag bei den Gesamteinnahmen erneut vor der deutschen Eliteklasse. Mit 2,3 Milliarden Euro übersprangen die 20 Vereine von der Insel erstmals die 2-Milliarden-Grenze. Die spanische Primera Division verdrängte mit einem Umsatzsprung von 15 Prozent auf 1,33 Milliarden Euro die italienische Serie A aus den Top drei. Aufgrund des Zwangsabstiegs von Juventus Turin vor zwei Jahren musste die höchste Liga dess Weltmeisterlands einen Einnahmerückgang auf 1,16 Milliarden Euro hinnehmen. Schlusslicht unter den "Big Five" in Europa ist weiter die Ligue 1 in Frankreich (0,97 Milliarden Euro).

"Die englischen Clubs investieren stark in ihre Mannschaften, zum Nachteil ihrer Finanzen und zum Vorteil der Spieler und deren Agenten", sagte Deloitte-Partner Dan Jones. Der Betriebsgewinn der Premier-League-Vereine machte dem Bericht zufolge nur 6 Prozent ihrer Einnahmen aus, während die Bundesliga-Clubs auf eine Marge von 18 Prozent kamen. Die deutschen Vereine geben nur 45 Prozent ihrer Einnahmen für Spielergehälter aus, in England sind es zwei Drittel.

Der Bericht führt die höhere Profitabilität der Deutschen ausgerechnet darauf zurück, dass viele hiesige Vereine als Non-Profit-Organisationen arbeiten. Weil Einzelpersonen keine Kontrollmehrheit an den Vereinen erwerben dürfen, sei eine Entwicklung wie in England unmöglich: Dort seien 10 der 20 Erstligaclubs in der Hand ausländischer Milliardäre wie des Chelsea-Eigners Roman Abramowitsch, die mit hohen Gehältern und Ablösesummen den Markt inflationierten.

Stefan Ludwig, Senior Manager der Sportbusiness Gruppe von Deloitte in Deutschland, sieht für die Bundesliga gute Perspektiven, auch wenn sie mit den Einnahmen der englischen Clubs in absehbarer Zeit nicht mithalten kann. Im Gegenteil: Der Vorsprung der Premiere League werde sich noch vergrößern. "Die Premier League ist in den nächsten Jahren nicht mehr einzuholen", sagte Ludwig. "Spannend bleibt jedoch das Rennen um Platz zwei, hierfür ist die Bundesliga mit sicherer Einnahmensteigerung im TV-Bereich und boomenden Zuschauerzahlen bestens gerüstet."

Zusammen erwirtschafteten die fünf Topligen über sieben Milliarden Euro und lagen damit um 402 Millionen Euro über den Gesamteinnahmen der Vorsaison. Der Umsatz aller Profiligen und Fußball-Verbände in Europa beliefen sich laut Deloitte auf 13,6 Milliarden Euro und waren damit um eine Milliarde Euro höher als im Vorjahr.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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