Mittwoch, 20. März 2019

Deutsche Bank "Vision" geplatzt

3. Teil: Ertagslage nur schwer zu verbessern

Zukauf ein möglicher Ausweg aus der Ertragsklemme

Dass die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen ein gesteigertes Interesse an der Postbank Börsen-Chart zeigen hat, ist ein offenes Geheimnis. Dabei hatte Ackermann vor nicht einmal 18 Monaten - also etwa ein halbes Jahr vor dem Ausbruch der Finanzkrise - noch durchblicken lassen, sein Institut sei an der Postbank nicht interessiert. So mancher Experte aber sieht in dem Kauf eines stark auf Privatkunden fokussierten Instituts mittlerweile den einzig gangbaren Weg für die Deutsche Bank, sich vom volatilen Geschäft ihrer entzauberten Stars unabhängiger zu machen.

Das Milliardenminus im Investmentbanking konnte die Deutsche Bank zumindest teilweise über geringere Personalkosten und den Verkauf von Tafelsilber ausgleichen. So stellte die Bank deutlich weniger Geld für Bonuszahlungen vor allem an die erfolgsverwöhnten Investmentbanker zurück. Zugleich reduzierte das Institut seine Beteiligungen an Daimler Börsen-Chart zeigen, Allianz Börsen-Chart zeigen und Linde Börsen-Chart zeigen und spielte damit einen satten Buchgewinn von 854 Millionen Euro ein.

Sondereffekte verhindern Schlimmeres

Ohne diese Sondereffekte hätte Ackermann der Finanzwelt sogar einen Milliardenverlust vor Steuern präsentieren müssen. Unter diesen Umständen aber betrug das Minus "nur" 254 Millionen Euro, nach einem Vorsteuergewinn von rund 3,2 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

Ob es der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen gelingen wird, künftig ihre Ertragslage durch neue Erlösquellen deutlich zu verbessern - konzernweit brachen die Erträge von 9,6 Milliarden Euro auf 4,6 Milliarden Euro um mehr als die Hälfte ein - gilt unter Experten als unsicher: "Die starke Abhängigkeit vom Anleihegeschäft könnte sich dabei als Achillesferse herausstellen", meldete etwa Christopher Wheeler von Bear Stearns seine Zweifel an. Und Fondsmanager Dieter Ewald von Frankfurt Trust sagte: "Die Deutsche Bank ist abhängig von der Marktentwicklung. Ob sie da in einer starken Position ist, ist fraglich."

Ackermann selbst sah das am Dienstag anders: Zwar seien die kurzfristigen Aussichten in "hohem Maße unsicher". Die Deutsche Bank sei aber "gut gerüstet" und "zuversichtlich, aus dieser Krise stärker denn je hervorzugehen."

Da kann man dem Schweizer nur viel Glück und ein gutes Gespür wünschen. Denn keine andere deutsche Bank hängt nun mal so stark am Tropf der Märkte wie die Deutsche - in guten wie in schlechten Zeiten. Womöglich erholen sich die Finanzmärkte auch schneller als gedacht, was zuerst die Geschäfte des Branchenprimus antreiben dürfte. Doch schon zu oft wähnten Zweckoptimisten in jüngster Vergangenheit Licht am Ende des Tunnels, hatten die Finanzkrise für sich bereits abgehakt und mussten dann doch klein beigeben - auch Ackermann.

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