Freitag, 14. Dezember 2018

Deutsche Bank "Vision" geplatzt

2. Teil: Entzauberte Investmentbanker

Jain und Co. - entzauberte Investmentbanker

Die Vorstellung erwies sich als Illusion. So schrieb die über Jahre erfolgreichste Sparte (Corporate Banking & Securities) im ersten Quartal nach Milliardenabschreibungen auf Kredite zur Finanzierung von Firmenübernahmen und dramatisch eingebrochenen Erlösen einen Vorsteuerverlust von 1,6 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatten Jain und Co. noch einen Gewinn von 2,2 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Die personellen Konsequenzen für die Sparte nehmen sich angesichts ihrer jüngsten Ergebnisse indes noch vergleichsweise freundlich aus. 1000 Stellen baute die Bank im Investmentbanking im ersten Quartal ab, die Hälfte davon allein im US-Hypothekengeschäft. Da haben ebenfalls unter der Kreditkrise leidende Investmentbanken in jüngster Vergangenheit ganz andere Schnitte angekündigt und zum Teil bereits auch vollzogen.

Die vergleichsweise moderate Reaktion mag daran liegen, dass Ackermann im Investmentbanking nun verstärkt auf Produkte und Regionen setzen will, die nicht so stark von der Finanzkrise betroffen sind: Dazu zählten unter anderem der Rohstoffhandel und die Schwellenländer. In diese Bereiche wolle die Bank nun zusehends Mitarbeiter und Kapital verlagern. Die ohnehin stabileren Geschäftsfelder wie etwa das Privatkundengeschäft sollen ausgebaut werden, gegebenenfalls auch mit Übernahmen.

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