Freitag, 14. Dezember 2018

Grauer Markt Aktienpower vor dem Aus

Eine der schillerndsten Personen des grauen Kapitalmarkts hat das Ende der eigenen Stammfirma vor Augen: Alfredo Cuti, Chef der Aktienpower AG, muss seine Gesellschaft wohl bald schließen. Wie groß der Schaden für viele hundert Anleger in Deutschland, Österreich und Italien sein wird, ist noch nicht absehbar.

Düsseldorf - Die Eidgenössische Bankenkommission hat bestätigt, dass über die Cuti Management GmbH, die Aktienpower Marketing GmbH sowie die M. Ahl GmbH das Konkursverfahren eröffnet worden ist; sie alle haben ihren Sitz im schweizerischen Baar. Zudem bestimmte sie, dass die Aktienpower AG, die Aktienpower Global AG und die Yourliberty AG bald aufgelöst werden sollen.

Ärger in der Schweizer: Die Aktienpower-Gruppe aus Baar wird von der Eidgenössischen Bankenkommission unter Druck gesetzt
Sie alle zählen direkt oder indirekt zum Firmengeflecht, das der Italiener Alfredo Cuti um sich gesponnen hat. Seine Aktienpower-Gesellschaften waren oder sind in Deutschland, Österreich und Italien aktiv. Der Kundenstamm soll schließlich viele Hundert Personen betragen haben.

Noch allerdings sind zumindest die Aktiengesellschaften seiner Unternehmungen begrenzt lebensfähig. Nach Angaben der Aktienpower AG ist Widerspruch gegen die Entscheidung der Bankenkommission eingelegt worden.

Cuti war in den vergangenen Jahren unter anderem mit der Veranstaltung eigener Börsenseminare aufgefallen, in denen er seinen Kunden scheinbar sichere Wege zum Börsenerfolg zu vermitteln vorgab. Schon diese Seminare erschienen Börsenprofis fraglich - und manager-magazin.de warnte frühzeitig im April 2005.

Seine Veranstaltungen erinnerten in vielem an die legendären Verkaufsauftritte des vermeintlichen Motivationsgurus und späteren Pleitiers Jürgen Höller. Und mit dem hatte Cuti zuvor auch schon einmal anderweitigen geschäftlichen Kontakt. Für seinerzeit bis zu 990 Euro versuchte Cuti schließlich auf seinen Veranstaltungen, Börsenstrategien an den Mann zu bringen, die "so genial sind, dass sie die Finanzwelt in ihrem Fundament erschüttern", sagte Cuti damals.

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