Freitag, 16. November 2018

Finanzvertrieb Konkurrenz wildert bei MLP

Die neuen Wettbewerber des Finanzdienstleisters MLP legen sich kräftig ins Zeug. Formaxx ist bereits am Start, Bernhard Termühlens Mayflower Capital wird in der zweiten Jahreshälfte das Geschäft aufnehmen. Dabei gelingt es den neuen Finanzvertrieben offenbar immer öfter, Spitzenkräfte aus Heidelberg anzuheuern. Dort sieht man die Sache noch gelassen.

Hamburg - Der im Herbst vergangenen Jahres gegründete Vermögensverwalter und Finanzvertrieb Mayflower Capital ist auf bestem Weg, um spätestens im zweiten Halbjahr an den Start zu gehen. Hauptsitz des Unternehmens, dass sich zu mehr als 50 Prozent im Besitz des ehemaligen MLP-Vorstandschefs Bernhard Termühlen befindet, wird Eschborn bei Frankfurt sein, wo im April die neuen Räume bezogen werden sollen.

Blasen zur Jagd: Die neuen Finanzvertriebe wildern in den Personallisten von MLP
Man sei mit dem Aufbau des neuen Finanzvertriebs, der es auf die gut ausgebildete und vermögende Klientel abgesehen hat und damit in direkter Konkurrenz zu MLP stehen wird, "mehr als zufrieden", erfuhr manager-magazin.de aus gut informierten Kreisen. Bis Ende des Jahres wolle Mayflower Capital mit zahlreichen Geschäftsstellen in Deutschland vertreten sein, um so flächendeckend seine Dienste anbieten zu können.

An Zulauf fehlt es dem Mayflower-Vorstandschef und ehemaligen langjährigen Frankfurter MLP-Geschäftsstellenleiter Thomas Scholl offenbar nicht. Wie manager-magazin.de aus den Kreisen erfahren hat, haben jetzt auch Christoph Fink und Marc Rohr bei dem neuen Finanzvertrieb angeheuert. Die Sache ist insofern pikant, als die neuen Mitarbeiter erneut von MLP kommen.

Fink leitete die MLP-Geschäftsstelle in Köln, Rohr die MLP-Dependance in Saarbrücken - und beide sehr erfolgreich, wie es heißt. Nach einer Übergangsfrist von ein paar Monaten werden sie am selben Standort nun die Geschäfte für den Konkurrenten Mayflower führen. Die Bande von Termühlen, Scholl sowie den jetzigen Mayflower- und ehemaligen MLP-Managern Carsten Stockmann und Bernd Neumann zu MLP-Mitarbeitern sind wohl viel fester, als man sich das in Heidelberg eingestehen möchte.

Hat mit Formaxx Großes vor: Eugen Bucher, ehemals MLP-Vertriebsvorstand, will mit Formaxx in ein paar Jahren zu den führenden Finanzvertrieben in Deutschland gehören.
Im Finanzvertrieb sind Arbeitsplatzwechsel zwar eine Selbstverständlichkeit wie in jeder anderen Branche auch. Nur ist das Feld um neue und zahlungskräftige Kunden in der Branche heiß umkämpft. Laufen Spitzenkräfte dann zur Konkurrenz über, kann das für den ehemaligen Arbeitgeber mitunter schmerzlich werden. Ziehen diese Vertriebsprofis doch oft fähige Mitarbeiter und Berater mit auf die andere Seite - schlimmstenfalls gehen damit auch Kunden und Umsätze verloren.

Mayflower ist der eine Mitbewerber, an den MLP derzeit gute Mitarbeiter verliert, Formaxx in Hannover der andere. Die Rede ist von "mehr als" 50 Beratern, die zu Formaxx gewechselt seien. MLP selbst beziffert die Zahl auf zehn bis 15. Der Wechsel gerade zu Formaxx darf nicht verwundern. Sitzt dort im Vorstand doch der ehemalige MLP-Vertriebschef Eugen Bucher. Und es würden in diesem Jahr noch "wesentlich mehr" Mitarbeiter von MLP nach Hannover wechseln, erklärt Bucher im Gespräch mit manager-magazin.de.

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