Dienstag, 26. Juli 2016

Kreditkrise Der Zwei-Billionen-Dollar-Schock

Mehr als 160 Milliarden Dollar an faulen Kreditpaketen haben Banken weltweit bereits abgeschrieben. Die Folgen der US-Immobilienkrise sind damit aber noch lange nicht verdaut, wie das Beispiel Citigroup zeigt. Jetzt wagen sich Ökonomen an eine Schätzung, wie groß der Schaden insgesamt wird.

Hamburg - Hatten wir das nicht schon einmal? Der größte amerikanische Finanzkonzern wird als Pleitekandidat gehandelt. Nach Meinung von Sameer Al Ansari, dem Chef des arabischen Staatsfonds Dubai International Capital, reichen die bisherigen milliardenschweren Geldspritzen für die Citigroup Börsen-Chart zeigen nicht aus. "Um die Bank zu retten, bedarf es viel mehr (Kapital)", sagte Al Ansari laut mehreren Medien auf einer Investorenkonferenz in Dubai.

Dabei haben das Nachbaremirat Abu Dhabi, Singapur, Kuwait und andere Regierungen seit November schon 22 Milliarden Dollar in die Großbank investiert. Die Zweckgesellschaften, die im Auftrag der Citigroup in riskante Papiere im Wert von mehr als 80 Milliarden Dollar investiert hatten, sind bereits vollständig in die Bankbilanz übernommen worden.

It ain't over until it's over. Große Wall-Street-Banken schreiben rote Zahlen, Millionen Amerikaner verlieren ihre Häuser, die US-Wirtschaft rutscht in die Rezession. Ein Dreivierteljahr jagt jetzt schon eine schlechte Nachricht die nächste. Erste beruhigende Einschätzungen im Sommer 2007, der größte Schaden der geplatzten Hypothekenkredite sei bereits verbucht, waren offenbar verfrüht. Weltweit warten die Anleger darauf, dass der Schrecken endlich vorbei ist.

Auch Alan Greenspan dürfte sich Entwarnung wünschen. Ihm lasten viele die Hauptschuld am Entstehen der nun geplatzten Spekulationsblase an, weil er als Gouverneur der Notenbank den Boom mit niedrigen Zinsen anheizte und einen Hauskauf als perfektes Investment anpries - ebenso, wie er schon Ende der 90er Jahre Warnungen vor der Aktienblase in den Wind schlug.

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH