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31.01.2008
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Milton Friedman
Der Ideologe mit dem Tigerlächeln

Von Arne Stuhr

Für die einen ein "Monster", für die anderen einer der "ganz Großen" - Milton Friedman polarisiert auch gut ein Jahr nach seinem Tod. Die Rolle als Reizfigur war dem Kämpfer für freie Märkte und begabten Selbstdarsteller wie auf den Leib geschrieben.

Hamburg - Mindestlohn, Bürgergeld, Schlammschlacht. Nein, hier soll es nicht um die Große Koalition in Berlin gehen, sondern um Milton Friedman, 1912 in New York geboren, 1976 mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet und 2006 in San Francisco gestorben.

  Milton Friedman  wurde am am 31. Juli 1912 im New Yorker Stadtteil Brooklyn als Sohn jüdischer Einwanderer geboren. 1933 erwarb er an der Universität von Chicago seinen Master und trat dort nach der Promotion 1946 eine Professur an. 1976 wurde Friedman mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet. Friedman starb am 16. November 2006 in San Francisco.
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Milton Friedman wurde am am 31. Juli 1912 im New Yorker Stadtteil Brooklyn als Sohn jüdischer Einwanderer geboren. 1933 erwarb er an der Universität von Chicago seinen Master und trat dort nach der Promotion 1946 eine Professur an. 1976 wurde Friedman mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet. Friedman starb am 16. November 2006 in San Francisco.

"Die beste Sozialpolitik ist eine freie Marktwirtschaft", hatte Friedman einst gesagt; und damit ist man dann wohl doch mitten in der aktuellen Tagespolitik angekommen. Globalisierung, Finanzkrise oder eben auch das deutsche Lieblingsthema Mindestlohn, in kaum einer Debatte verzichten weder Freunde noch Feinde Friedmans darauf, den Vater des Monetarismus in die Schlacht zu führen.

Horst Siebert, dereinst Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, hatte also recht, als er vor sechs Jahren in seinem Geleitwort für die Neuauflage von Friedmans Buch "Kapitalismus und Freiheit" schrieb: "Wenn ein Buch […] 40 Jahre nach seinem ersten Erscheinen wieder auf den Markt gebracht wird, ist dies ein Anzeichen dafür, dass wir es mit einem Klassiker zu tun haben."

Und ob. Der "kleine, lebhafte Mann mit dem Tigerlächeln ("Die Zeit") war unbestritten einer der einflussreichsten Ökonomen des vergangenen Jahrhunderts. Und genau dahin, in die ökonomische Mottenkiste, möchten ihn einige Wirtschaftswissenschaftler verbannt wissen. Vorne weg Paul Krugman, der die "Schlammschlacht um das Erbe des Milton Friedman" ("Handelsblatt") vor knapp einem Jahr mit seinem Essay "Who was Milton Friedman?" im "New York Review of Books" eröffnete.

Der Princeton-Ökonom warf dem Nobelpreisträger nicht weniger als intellektuelle Unehrlichkeit, Borniertheit und Markthörigkeit vor. Immer wieder hätte Friedman für alle Probleme dieser Welt Marktlösungen verlangt, für Bildung, Gesundheitswesen und Drogenhandel, so Krugmans Vorwurf. Zwar bleibe Friedman einer der "wichtigsten ökonomischen Denker aller Zeiten", doch wie Friedman selbst - einem "Ignatius von Loyola im Kampf gegen Martin Luther" gleich – einst die "Gegenreformation" gegen John Maynard Keynes anführte, sei es nun Zeit für eine "Gegen-Gegenreformation".

Die Antwort der von Krugman – ganz in seinem mittelalterlichen Bild bleibend - als "disziplinierte Armee der Gläubigen" bezeichneten Anhänger Friedmans kam Ende vergangenen Jahres. Pünktlich zu dessen erstem Todestag sprachen die 92-jährige Ökonomin Anna J. Schwartz und Edward Nelson von der Federal Reserve Bank of St. Louis in einem Arbeitspapier dem "respektierten Handelstheoretiker" Krugman jegliches Recht ab, ein Urteil über Friedmans Vermächtnis zu fällen. Sein wissenschaftlicher Hintergrund reiche dazu einfach nicht aus. Krugmans Versuch, Friedman zu "verunglimpfen", stuften die beiden "Gralshüter" ("Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung") als "kläglich" ein.

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