Mittwoch, 19. Dezember 2018

Gottfried Heller "Das ist die Bereinigung"

Das Platzen einer riesigen Kreditblase, so nennt Börsenkenner Gottfried Heller den aktuellen Ausverkauf. Wie es allerdings weitergeht, weiß auch er nicht. Denn Panik lasse sich nicht vorhersagen.

München - Der Börsenexperte Gottfried Heller sieht in dem massiven Einbruch an den Aktienmärkten das Platzen einer riesigen Kreditblase. "Das ist die Bereinigung einer schwülen, überhitzten Situation", sagte der Anlageexperte der Deutschen Presseagentur dpa am Montag in München. Anlass zu einer Abkehr von Aktienanlagen sieht Heller aber nicht - im Gegenteil: Gerade in der gegenwärtigen Situation seien viele Papiere so günstig zu haben, wie schon lange nicht mehr.

Blase geplatzt: So erklärt Gottfried Heller den Kurssturz
Als "Hauptspieler" der Börsenturbulenzen sieht Heller die Hedgefonds, deren Eigenkapital weggeschmolzen sei. "Wenn sie nicht nachliefern können, werden sie exekutiert, da nährt die Baisse die Baisse", sagte Heller. Als Folge sei der Deutsche Aktienindex Dax Börsen-Chart zeigen derzeit "so bewertet, als stünde eine Rezession vor der Tür. Das ist nicht der Fall."

Wie es nun an den Aktienmärkten weitergeht, lässt sich aus Sicht Hellers nicht prognostizieren. "Panik lässt sich nie vom Ausmaß und von der Dauer vorhersagen", sagte der langjährige Partner und Freund des früheren Börsen-Gurus André Kostolany. Grundsätzlich gelte aber: "Jetzt kann man die besten Blue Chips wieder zu Kursen bekommen, die man sich vor drei oder vier Wochen nicht mal hätte träumen lassen."

Schon im vergangenen Jahr hatte Heller kritisiert, dass Banken und Hedgefonds den Überblick über ihre Risiken verloren hätten. Die verbrieften und gebündelten Kredite könnten weder korrekt bewertet noch verkauft werden, hatte der Experte seinerzeit erklärt - damals wurde er nur von Wenigen erhört.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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