Mittwoch, 20. September 2017

Fussball Sind Proficlubs gemeinnützig?

Die Vereine der 1. und 2. Fußball-Bundesliga sind ins Visier des Fiskus geraten. Ihnen droht der Verlust der Gemeinnützigkeit - und damit erhebliche finanzielle Einbußen.

Hamburg - Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet, hat das Bundesfinanzministerium (BMF) große Zweifel an der derzeitigen Einstufung der Clubs. Bei der Betriebsprüfung von Vereinen sei eine zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs festgestellt worden, so ein BMF-Sprecher laut "Spiegel". Das Ministerium wolle das Thema mit den Vertretern der obersten Finanzbehörden der Länder demnächst "ergebnisoffen" erörtern.

Auf Ballhöhe: Der Fiskus will die Besteuerung der Proficlubs deren tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnissen anpassen
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Auf Ballhöhe: Der Fiskus will die Besteuerung der Proficlubs deren tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnissen anpassen
Die Abteilung Bundesbetriebsprüfung des Bundeszentralamtes für Steuern vertrete die Auffassung, dass den Bundesligisten in den meisten Fällen die Gemeinnützigkeit zu entziehen sei. Der "ideelle Bereich, also etwa die Förderung des Sports im Allgemeinen" sei völlig in den Hintergrund getreten, der wirtschaftliche Geschäftsbereich dagegen zum Selbstzweck geworden.

Das gelte auch für Vereine, die ihre Lizenzspielerabteilung in Kapitalgesellschaften ausgegliedert haben, sofern die Vereine bei diesen Tochtergesellschaften die Geschäftspolitik beherrschten.

Bei einem Verlust der Gemeinnützigkeit unterliegen Überschüsse aus Vermögensverwaltung oder Zweckbetrieben der Körperschaft- und Gewerbesteuer. Es könne zu einer Nachversteuerung für die vergangenen zehn Jahre kommen, schreibt "Der Spiegel". Die Vereine würde der Verlust der Gemeinnützigkeit besonders bei Mitgliedsbeiträgen und Spenden treffen.

Der deutsche Meister VfB Stuttgart, dessen 43.000 Mitglieder im Jahr etwa 1,8 Millionen Euro an Beiträgen zahlen, müsste nach Vereinsschätzungen jährlich einen hohen sechsstelligen Betrag zusätzlich Steuern zahlen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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