Mittwoch, 19. Dezember 2018

Immobilienkrise Paulson sieht kein Ende

Henry Paulson hält die Immobilienkrise noch lange nicht für ausgestanden. Der Verfall der Hauspreise bleibe ein Risiko für die Wirtschaft, warnt der amerikanische Finanzminister. Er fordert neue Gesetze, um derartige "Exzesse" künftig zu verhindern.

Washington - Die Hypothekenkrise ist nach Einschätzung von US-Finanzminister Henry Paulson der "bedeutendeste Risikofaktor" für die amerikanische Wirtschaft. Die seit Monaten andauernde Immobilienkrise "wird nicht so schnell enden, wie es noch Ende vergangenes Jahres erschien", warnte Paulson am Mittwoch. Die "negativen Folgen für unsere Wirtschaft, unsere Kapitalmärkte und für viele Hausbesitzer" werden noch einige Zeit andauern, sagte Paulson in einer Rede vor Studenten in Washington. Dies gelte auch angesichts des robusten Wirtschaftswachstums in den USA, fügte er hinzu.

Warnt vor Andauern der Immobilienkrise: US-Finanzminister Paulson
Zugleich sprach Paulson von einer "unausweislichen" Preiskorrektur auf dem US-Häusermarkt. Die durchschnittlichen Preise für Einfamilienhäuser lägen derzeit um etwa 25 Prozent unter den Spitzenpreisen im Jahr 2005. Jetzt komme es vor allem darauf an, bedrohten Hausbesitzern zu helfen, die negativen Folgen für das Wirtschaftswachstum zu begrenzen sowie eine Wiederholung der Krise auszuschließen. Mit Blick auf in der Vergangenheit enorm gestiegene Immobilienpreise und leichtfertige Kreditvergabe sagte Paulson: "Wir müssen auch einige Änderungen bei unseren Gesetzen und Regelungen vornehmen, um zu verhindern, dass einige Exzesse der vergangenen Jahre erneut geschehen."

Zuvor wurde bekannt, dass sich mehrere amerikanische Großbanken mit der Bildung eines neuen Superfonds vor Verlusten und einer Ausuferung der Hypothekenmarkt- und Kreditkrise schützen wollen. Nach Darstellung der "New York Times" soll dieser vom Fonds durch Emission eigener Wertpapiere bis zu 200 Milliarden Dollar (141 Milliarden Euro) hereinholen.

Der NAHB-Hausmarktindex ist im Oktober auf einen Rekordtiefstand gefallen. Der Indikator sei von 20 Punkten im Vormonat auf 18 Punkten gefallen, teilte die National Association of Homebuilders (NAHB) am Dienstag in Washington mit. Volkswirte hatten einen Rückgang auf 19 Punkte erwartet. Der Index ist nunmehr den achten Monat in Folge gesunken. Im September hatte der Index mit 20 Punkten seinen bisherigen Rekordtiefstand aus dem Januar 1991 getroffen.

Der NAHB-Index ist ein Stimmungsbarometer der National Association of Homebuilders, der nationalen Organisation der Wohnungsbauunternehmen. In einer monatlichen Umfrage werden die aktuelle Lage und die Erwartungen der Branche hinsichtlich der Entwicklung in den kommenden sechs Monaten abgefragt. Ein Wert unter 50 Punkten signalisiert, dass die Mehrheit der Hausbauer die Bedingungen negativ beurteilt.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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