Freitag, 22. Februar 2019

Tui Wyser-Pratte will Frenzel stürzen

US-Investor Guy Wyser-Pratte ist nach einem Zeitungsbericht bei dem Touristikunternehmen Tui eingestiegen - und verlangt offenbar den Rücktritt von Konzernchef Michael Frenzel. "Massives Missmanagement", so lautet sein Vorwurf an Frenzel. Tui selbst will keine Kenntnis vom Einstieg des Amerikaners haben.

Düsseldorf - Der US-Investor Guy Wyser-Pratte ist angeblich beim Touristik- und Logistikkonzern Tui Börsen-Chart zeigen eingestiegen und verlangt offenbar die Absetzung des Konzernchefs Michael Frenzel. "Ich komme nicht zu einem Freundschaftsbesuch. Frenzel muss gehen", sagte Wyser-Pratte dem "Handelsblatt". Der Investor hat ein Prozent der TUI-Aktien erworben und dafür 40 Millionen Euro bezahlt.

Kritisiert: Michael Frenzel
Tui selbst sagte auf Nachfrage, davon keine Kenntnis zu haben und wollte die Nachricht nicht weiter kommentieren. Die Börse scheint allerdings daran zu glauben, denn die Tui-Aktie legte um über 5 Prozent zu.

Als Grund für seine Investition nannte Wyser-Pratte im Gespräch mit dem Handelsblatt "massives Missmanagement" durch Frenzel. Der Tui-Chef steht seit Jahren in der Kritik. Er hatte den Industriekonzern Preussag zum Touristik- und Logistikkonzern Tui umgebaut. Der geschäftliche Erfolg blieb aber aus; ausgegliederte Töchter wie der Stahlkonzern Salzgitter Börsen-Chart zeigen sind heute mehr wert als die einstige Mutter. Der Tui-Aktienkurs dümpelt vor sich hin. Nun ist das anders - allein die Ankündigung trieb die Aktien des Hauses vorbörslich um 1,8 Prozent.

Die niedrige Bewertung dürfte einer der Beweggründe für Wyser-Pratte gewesen sein, bei Tui einzusteigen. Das Vorgehen des US-Amerikaners ist Beobachtern zufolge immer das gleiche: Er kauft sich bei einem niedrigen Aktienkurs mit einer kleinen Beteiligung ein, verbündet sich mit anderen Minderheitsaktionären, setzt gemeinsam mit ihnen das Management unter Druck und fordert einen Unternehmensumbau. So geschehen in jüngster Zeit beim Industriekonzern Kuka Börsen-Chart zeigen (früher IWKA), beim Handyzulieferer Balda Börsen-Chart zeigen, beim Bahntechnik-Konzern Vossloh Börsen-Chart zeigen und dem Fotolabor-Betreiber Cewe Color Börsen-Chart zeigen.

Tui ist der erste Dax-Konzern, den der Amerikaner angreift. Wyser-Pratte und Frenzel sind laut "Handelsblatt" miteinander verfeindet, seit der Amerikaner mehr als 20 Millionen Euro mit einer Investition beim Maschinenbauer Babcock Borsig Börsen-Chart zeigenverloren hat. Wyser-Pratte habe TUI damals vorgeworfen, marode Unternehmensteile an Babcock übertragen zu haben, schreibt die Zeitung. Babcock meldete 2002 Insolvenz an.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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