Donnerstag, 15. November 2018

Halloren Volkspraline an der Börse

Die Halloren-Kugeln kannte in der DDR jedes Kind. Vom Westen fast unbemerkt, hat die Marke inzwischen eine kleine Erfolgsgeschichte erlebt. Nun wollen die Chocolatiers aus Halle auch den Westen überzeugen und rollen ihre Schokokonfektion aufs Börsenparkett.

Halle - Zum Frauentag gab's eine Rose und eine Packung Halloren. Das war eine typische Präsentkombination am Arbeitsplatz. Eine kleine Anerkennung, so der Gedanke, für die Doppelbelastung der Frauen als Mütter und Werktätige.

Halloren en masse: Qualitätskontrolle in der Fabrik in Halle
Halloren? Edle Confiserie war nicht leicht zu bekommen in der DDR. Halloren schon. Verglichen mit der "Schlager Süßtafel" - Einheitlicher Verkaufspreis (EVP) 80 Pfennig, Kakaogehalt 7 Prozent - waren die Schokokugeln mit dem Creme-Kakao-Kern etwas Besonderes. Immerhin nicht zu exklusiv: es gab sie recht zuverlässig in der Kaufhalle. Und gemessen an West-Pralinen war der Preis bescheiden.

Halloren gehört zu den wenigen überlebenden DDR-Marken. Das Marketing des Hallenser 300-Mann-Unternehmens betont zwar die viel längere Tradition des Hauses. "Deutschlands älteste Schokoladenfabrik" ist rund 200 Jahre alt. Dennoch, die Stammkundschaft verbindet damit oft Ostalgisches.

Halloren? Im Westen der Republik ist die Marke eher unbekannt. 25 Prozent der Konsumenten sollen davon gehört haben, gibt die Pressestelle recht optimistisch an. Kein Vergleich zum Osten, wo der Wert bei 94 Prozent liegt.

Der Unterschied macht sich schon bei der Aussprache des Namens bemerkbar: Wessis betonen auf die letzte Silbe, sodass er fast wie "Halogen" klingt. Korrekt ist ein betontes "O" in der Mitte.

Der Bekanntheitsgrad könnte nun merklich zunehmen, zumindest auf dem Börsenparkett. Halloren wurde 2006 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Zeichnungsfrist ist abgelaufen, heute ist Erstnotiz. Ausgabepreis 7 Euro, Kurs am Mittag 7,10 Euro.

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