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18.04.2007
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Konjunktur
Der deutsche Konter

Von Karsten Stumm

Spanien begeistert mit hohem Wirtschaftswachstum. Daher glaubten Ökonomen bisher, dass die Südeuropäer den Wohlstandsvorsprung der Bundesbürger bald ausgleichen werden. Doch die Deutschen haben in nur einem Jahr den gesamten Wohlstandsgewinn wettgemacht, den die Spanier in fünf Jahren zuvor erwirtschaftet haben. Jetzt gehen die Deutschen sogar in Führung.

Düsseldorf - José Luis Rodríguez Zapatero ist ein stolzer Mann. Er hat es zum spanischen Ministerpräsidenten gebracht. Und er regiert ein Land, auf dessen Wirtschaftsentwicklung die Deutschen bald mit Neid blicken werden, sagte Zapatero der spanischen Tageszeitung "El País". Schließlich würden Spaniens Bürger schon in zwei bis drei Jahren eine höhere Wirtschaftsleistung pro Kopf erwirtschaften als die Deutschen. "Wir packen sie uns", sagte er den verdutzten "El País"-Journalisten.

Wiederaufbau: Deutschlands Wirtschaft findet Anschluss an die gute europäische Entwicklung
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DDP

Wiederaufbau: Deutschlands Wirtschaft findet Anschluss an die gute europäische Entwicklung

Soweit ist es noch nicht, Deutschland hat ein außergewöhnliches Comeback geschafft. Zwar gelang es den Unternehmen des südeuropäischen Staates seit dem Jahr 2001 stets so kräftig zuzulegen, dass Spanien im europäischen Vergleich zur Spitze der Konjunkturlokomotiven vorrücken konnte. Und mit Wachstumszahlen zwischen 2,7 und 3,9 Prozent ließ Spanien die Bundesrepublik mit ihrer lange Zeit mickrigen Wirtschaftsentwicklung auch tatsächlich weit hinter sich; nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) schrumpfte die Wirtschaft hierzulande beispielsweise im Jahr 2003 um 0,2 Prozent, Spaniens Volkswirtschaft aber habe im gleichen Jahr um 3 Prozent zugelegt.

Doch ein einziges Jahr hat alles verändert.

Die Bundesbürger haben in den zwölf vergangenen Monaten den gesamten finanziellen Vorsprung der Spanier wettgemacht, den die in den fünf Jahren zuvor erwirtschaftet haben. Dank des hiesigen Wirtschaftswachstums von zuletzt 2,7 Prozent trieben die Bundesbürger ihre Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung im Jahr 2006 auf 26.544 Euro, hat der IWF errechnet. Das reichte, um die hunderte Euro mehr als wett zu machen, die Spaniens Bürger zuvor gegenüber den Deutschen seit dem Jahr 2001 gut gemacht hatten.

Auch der Kaufkraft-Vergleich spiegelt den wirtschaftlichen Erfolg wider, auf den die Bundesbürger so viele Jahre gewartet haben. Nach Meinung der IWF-Experten hat jeder Deutschen am Ende des Vorjahres rechnerisch eine Kaufkraftleistung von 31.095 Euro zustande gebracht; das sind umgerechnet 1545 Euro mehr als im Jahr 2005. Spaniens Bürger mussten sich dagegen mit 27.522 Euro begnügen, sofern sich die Währungsfonds-Ökonomen nicht verrechnet haben. Das aber entspräche nur einem Pro-Kopf-Plus in Höhe von 1226 Euro gegenüber 2005.

Deutlich wird durch diesen Vergleich noch mehr. Die Bundesbürger haben nicht nur mit einem einzigen guten Jahr die kontinuierlich gute fünfjährige Wirtschaftsentwicklung Spaniens mehr als ausgeglichen. Sie gehen jetzt auch noch in Führung - und das mit zunehmendem Tempo.

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