Samstag, 17. November 2018

Deutsche Börse Atticus verlangt Aufspaltung

Die Hedgefonds-Gesellschaften Atticus und TCI hatten 2005 den Sturz von Vorstandschef Werner G. Seifert betrieben. Jetzt setzt der US-Großaktionär Atticus die Deutsche Börse erneut unter Druck. Und der Brief ist alles andere als freundlich.

Frankfurt am Main - Der US-Hedgefonds Atticus, einer der größten Aktionäre der Deutschen Börse Börsen-Chart zeigen, hat vom Management des Börsenbetreibers die sofortige Abspaltung der Abwicklungstochter Clearstream gefordert. "Die Aktionäre würden von einer sofortigen Trennung von Clearstream profitieren", schrieben die Manager des Fonds in einem am Donnerstagabend veröffentlichten Brief an den Börsen-Aufsichtsratschef Kurt Viermetz.

Den Bullen vor der Tür: Der Hedgefonds Atticus fordert von der Deutschen Börse, die Abwicklungstochter vom Konzern abzuspalten
Am Nachmittag hatte der Vorstandschef der Börse, Reto Francioni, auf der Bilanzpressekonferenz des Konzerns zwar einen Umbau der Unternehmensstruktur angekündigt, eine Trennung von Sparten aber kategorisch abgelehnt.

Clearstream ist für die Abwicklung und Abrechnung des Wertpapierhandels zuständig und größter Umsatztreiber des Konzerns. Bereits in der Vergangenheit hatten mehrere Analysten von Banken eine Aufspaltung der Börse vorgeschlagen, um mehr Mittel zur Ausschüttung an die Aktionäre zu heben. Eine Sprecherin der Deutschen Börse wollte zunächst keinen Kommentar zu den Forderungen von Atticus abgeben.

Atticus will auch mehr Geld sehen

Atticus bezeichnet in dem Scheiben an Viermetz die Ausschüttungspolitik der Börse vor dem Hintergrund eines neuen Ergebnisrekords als "zu konservativ". Die Börse hat seit dem letzten großen Konflikt mit einem Teil ihrer Aktionäre Anfang 2005, dem auch der damalige Vorstandschef Werner Seifert zum Opfer fiel, rund 1,9 Milliarden Euro an die Anteilseigner verteilt - nicht zuletzt auf Drängen der maßgeblich beteiligten Hedgefonds.

Atticus ist mit mittlerweile 11,68 Prozent einer der größten Aktionäre des Frankfurter Marktbetreibers. Der Hedgefonds hatte 2005 gemeinsam mit TCI die Ablösung Seiferts betrieben, die geplante Übernahme der Londoner Börse LSE Börsen-Chart zeigen durch die Deutschen gestoppt und zunächst auf eine Fusion mit der paneuropäischen Gemeinschaftsbörse Euronext Börsen-Chart zeigen gedrängt. Dieser Plan hatte nicht geklappt, da die Euronext-Führung einer Fusion mit der New York Stock Exchange Börsen-Chart zeigen (Nyse) den Vorzug gab.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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