Freitag, 16. November 2018

ICBC China IPO erlöst 22 Milliarden Dollar

Der größte Börsengang der Geschichte ist perfekt. Die chinesische Industrial and Commercial Bank (ICBC) platziert ihre Aktien sowohl in Hongkong als auch in Schanghai am oberen Ende der anvisierten Spanne und übt zudem die Mehrzuteilungsoption aus. Damit liegt der Erlös bei knapp 22 Milliarden Dollar.

Hongkong - Der für Freitag geplante Börsengang der chinesischen Staatsbank ICBC wird das mit Abstand größte Initial Public Offering (IPO), das die Börsenwelt bislang gesehen hat. Das Unternehmen legte den Ausgabepreis der Papiere am äußersten oberen Rand der festgesetzten Spanne fest und würde demnach die Rekordsumme von 22 Milliarden Dollar (17,5 Milliarden Euro) erlösen, wie aus einer am Montag an der Hongkonger Börse veröffentlichten Erklärung hervorgeht.

Größter Börsengang der Geschichte: ICBC-Filiale in Hong Kong
Bisher war die Platzierung der japanischen Telekomgesellschaft NTT Mobile Communications Network mit 18,4 Milliarden Dollar der größte Börsengang. Die ICBC-Aktie soll am Freitag (27. Oktober) erstmals gehandelt werden.

Der Börsengang der ICBC, an der neben Goldman Sachs (7 Prozent) und American Express (0,5 Prozent) auch die Allianz (2,5 Prozent) bereits beteiligt ist, stieß sowohl bei institutionellen als auch privaten Anlegern auf großes Interesse und war mehrfach überzeichnet. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 129 Milliarden Dollar gehört die ICBC zu den am höchsten bewerteten Banken der Welt.

Die ICBC plant, parallel in Hongkong (H-Aktien) und Schanghai (A-Aktien) an die Börse zu gehen. Für die A-Aktien lag die Preisspanne bei 2,60 bis 3,12 Yen, für die H-Aktien bei 2,56 bis 3,07 Hongkong-Dollar je Aktie.

Vor allem das Interesse der Privatanleger sei außerordentlich groß gewesen, hieß es. Die Bank habe daraufhin einen Teil der für institutionelle Investoren vorgesehenen Tranche den Privatinvestoren zugeordnet. Insgesamt wurden den Angaben zufolge nun 5,77 Milliarden A-Aktien an strategische Investoren, 2,35 Milliarden Anteilsscheine an institutionelle Anleger und 6,83 Milliarden Aktien an Privatinvestoren abgegeben.

Sollte der Greenshoe auch bei der Hongkong-Platzierung ausgeübt werden, könnte die Bank bis zu 40,7 Milliarden H-Aktien verkaufen. Dann hätte der Börsengang einen Wert von 22 Milliarden Dollar.

Mit den Einnahmen will ICBC das Wachstum ihres Kapital- und Beratungsgeschäft erhöhen. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Kreditinstitut auf Grundlage des chinesischen Rechnungslegungsstandard mit einem Nettoergebnis von mindestens 47,2 Milliarden Yuan (knapp sechs Milliarden Dollar). Im ersten Halbjahr verbuchte ICBC ein Nettoergebnis von 25,14 Milliarden Yuan (3,18 Milliarden Dollar). Auf dem Internationalen Rechnungslegungsstandard basierend liegt das Ergebnis für die ersten sechs Monate bei 25,4 Milliarden Yuan (3,22 Milliarden Dollar).

manager-magazin.de mit Material von vwd und dpa

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