Freitag, 16. November 2018

Porsche Volkswagen als Schwungmasse

Der Sportwagenbauer konnte Absatz und Umsatz erneut steigern. Ein Ausreißer nach unten ist allerdings der Cayenne. Ob der milliardenschwere Einstieg bei Volkswagen lohnt, war nicht zuletzt durch den Streit mit VW-Aktionär Christian Wulff angezweifelt worden. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking sagt nun, die Wogen seien geglättet.

Stuttgart - Sportwagenbauer Porsche Börsen-Chart zeigen will trotz der milliardenschweren Kosten für den Einstieg beim Volkswagen-Konzern Börsen-Chart zeigen auch künftig als profitabelster Autohersteller der Welt glänzen. "Die Synergien, die wir aus der Partnerschaft mit VW erwarten, werden uns auf diesem Weg sicher nicht kurzfristig, aber doch auf längere Sicht entscheidend voranbringen", sagte Vorstandschef Wendelin Wiedeking am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart.

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Für das laufende Geschäftsjahr 2005/06 (bis Ende Juli) zeigte er sich angesichts der fortgesetzten Modelloffensive zuversichtlich. Allerdings werden hohe Entwicklungskosten für die vierte Baureihe die Gewinnsituation belasten. Eine konkrete Ergebnisprognose wollte der Vorstand nicht geben.

Finanzvorstand Holger Härter versprach erneut eine "sehr gute" Entwicklung. Es sei aber klar, dass nach elf Jahren Gewinnanstieg in Folge die "Luft dünner wird". Im Vorjahr hatte der Konzern bei Ertrag, Umsatz und Absatz erneut Bestmarken erreicht. Analysten kritisierten den vagen Ausblick. Die Porsche-Aktie büßte am Mittwoch rund vier Prozent auf 628,41 Euro ein.



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Option für Anteilserhöhung bei Volkswagen

Die spektakuläre VW-Beteiligung wird Porsche etwa 3,5 Milliarden Euro kosten. Das Investment für einen Anteil von rund 22 Prozent werde insgesamt in dieser Größenordnung liegen, sagte Härter. Der Autobauer hat bislang offiziell mitgeteilt, 18,5 Prozent der VW-Stammaktien erworben zu haben. Dieses Paket kostete etwa drei Milliarden Euro. Zudem besitzen die Stuttgarter die Option für den Kauf von weiteren 3,4 Prozent, die Unternehmenskreisen zufolge gezogen wird. Dies erhöht die Gesamtinvestition auf 3,5 Milliarden Euro.

Im Streit mit dem Land Niedersachen und Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) um die künftige Machtverteilung im VW-Aufsichtsrat schlug Wiedeking versöhnliche Töne an. Porsche wolle entsprechend seiner Beteiligung natürlich ein gewichtiges Wort mitreden, strebe aber eine Lösung im Konsens an.

Er habe gute Gespräche mit Wulff geführt. Beide Großaktionäre verfolgten das Wohl und die positive Entwicklung von VW. Es wird erwartet, dass Wiedeking selbst und Finanzchef Härter in den Aufsichtsrat einziehen werden. Möglicherweise fordert Porsche aber auch einen dritten Sitz. Umstritten ist die Rolle von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, der zugleich Großaktionär bei Porsche ist. Wiedeking äußerte sich zu diesem Thema nicht.

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