Freitag, 16. November 2018

Consors Frontrunning in der 3sat-Börse?

Die TV-Sendung "3sat-Börse" ist erneut ins Gerede gekommen, nachdem in der Sendung von Consors-Kunden empfohlene Aktien offenbar schon vor der Ausstrahlung massiv gekauft wurden.

Nürnberg - In der jüngsten Runde des Börsenspiels bei der TV-Sendung "3sat-Börse" treten unter anderem Kunden von Consors mit einem Aktiendepot an. Dazu hatte der Discount-Broker fünf sogenannte "Star-Trader", also Kunden mit besonders hohen Umsätzen, eingeladen, ein Depot zusammenzustellen.

Die Kauf- und Verkaufstips, die in diesem Börsenspiel gegeben werden, führen häufig dazu, daß viele Kleinanleger die Orders am Montag ausführen. Empfohlene Werte steigen dadurch stark im Kurs an. Für die Börsenspiel-Teilnehmer ist die Versuchung groß, die Papiere vor der Sendung vorzukaufen und sie nach dem Wochenende mit hohem Gewinn wieder loszuschlagen.

In den Verdacht dieses Frontrunnings kommen die Börsenspiel-Teilnehmer deshalb häufig. Der "Neue-Markt-Prophet" Egbert Prior zählte kürzlich auch dazu.

Bei großen Banken, deren Vertreter sonst an dem Börsenspiel teilnehmen, sollte der Verdacht weniger dringend sein, da die sich das Frontrunning aus Imagegründen nicht leisten können. Die Consors-Kunden hingegen stehen nicht im Licht der Öffentlichkeit.

Tatsächlich sollen einige der empfohlenen Papiere schon am Morgen des Sendetages stark im Kurs gestiegen sein. Das könnte auf kurzfristige Käufe hinweisen.

Der Discountbroker bestreitet inzwischen, daß die Chance eines Frontrunnings gegeben sei. In der Stellungnahme heißt es: "Die Entscheidung über die Depotzusammenstellung für ConSors wurde 5 sorgfältig ausgewählten Kunden aus der Gruppe der Startrader übertragen. Diese 5 Personen mußten sich verpflichten, die Regeln des Börsenspiels und die sehr strengen gesetzlichen Regelungen für Insidergeschäfte vollständig und während der gesamten Zeit des Börsenspiels zu beachten.

Sollte dies nicht erfolgen, hätte dies den Ausschluß aus der Entscheidungsgruppe bzw. erhebliche strafrechtliche Konsequenzen. Wir überprüfen die Depotveränderungen dieser Gruppe in der Hinsicht auf diese Vorgaben."

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