Donnerstag, 26. April 2018

Betriebsprüfung Wenn das Finanzamt dreimal klingelt

5. Teil: Der Prüfer ist nicht Ihr Feind!

Der Prüfer ist nicht Ihr Feind

Wenn die Prüfer ihre Arbeit aufnehmen, müssen sie sich zunächst ausweisen. Der Beginn der Prüfung muss dokumentiert werden (§ 198 Abgabenordung). Sehen Sie die Prüfer bitte nicht gleich als Feinde an. Sie verrichten ihre Arbeit auch in Ihrem Sinne. Denn die Aufgabenstellung, die in der Abgabenordnung definiert wird, gilt auch zu Ihren Gunsten, wie § 199 der Abgabenordnung zeigt:

  Prüfer im Anmarsch:  Vergessen Sie nicht, der Betriebsprüfer ist nicht Ihr Feind, er arbeitet auch im Sinne des Steuerpflichtigen
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Prüfer im Anmarsch: Vergessen Sie nicht, der Betriebsprüfer ist nicht Ihr Feind, er arbeitet auch im Sinne des Steuerpflichtigen
(1) Der Außenprüfer hat die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse, die für die Steuerpflicht und für die Bemessung der Steuer maßgebend sind (Besteuerungsgrundlagen), zugunsten wie zuungunsten des Steuerpflichtigen zu prüfen.

(2) Der Steuerpflichtige ist während der Außenprüfung über die festgestellten Sachverhalte und die möglichen steuerlichen Auswirkungen zu unterrichten, wenn dadurch Zweck und Ablauf der Prüfung nicht beeinträchtigt werden.

Die Prüfung findet unter normalen Umständen in Ihren Geschäftsräumen und zu den normalen Geschäftszeiten statt (§ 200 AO). In begründeten Ausnahmefällen kann die Prüfung allerdings auch in Ihren Wohnräumen - beispielsweise wenn die Platzgründe in der Firma gegen eine dortige Prüfung sprechen- oder sogar bei ihrem Steuerberater - zum Beispiel wenn dort das Gros der Unterlagen deponiert ist - stattfinden.

Unterstützen Sie den Prüfer!

Grundsätzlich liegt es auch in ihrem Interesse, die Prüfung so schnell wie möglich hinter sich zu bringen. Deshalb sollten Sie den Prüfer bei seiner Arbeit unterstützen. Dazu gehört auch ein vernünftiger Arbeitsraum mit den notwendigen Arbeitsmitteln. Der Prüfer sollte beispielsweise auch Zugang zu Telefon und Telefax - eventuell auch Internet - haben. Ob Sie die Kosten der Nutzung in Rechnung stellen, bleibt dabei Ihnen überlassen. Grundsätzlich sollte man, wenn sich die verursachten Kosten in einem überschaubaren Rahmen halten, darauf verzichten.

Im Übrigen sind Sie per Gesetz zur Unterstützung des Prüfers verpflichtet. Paragraph 200, Absatz 1 der Abgabenordnung (AO) sagt hierzu:

Der Steuerpflichtige hat bei der Feststellung der Sachverhalte, die für die Besteuerung erheblich sein können, mitzuwirken. Er hat insbesondere Auskünfte zu erteilen, Aufzeichnungen, Bücher, Geschäftspapiere und andere Urkunden zur Einsicht und Prüfung vorzulegen, die zum Verständnis der Aufzeichnungen erforderlichen Erläuterungen zu geben und die Finanzbehörde bei Ausübung ihrer Befugnisse nach § 147 Abs. 6 zu unterstützen.

Sind der Steuerpflichtige oder die von ihm benannten Personen nicht in der Lage, Auskünfte zu erteilen, oder sind die Auskünfte zur Klärung des Sachverhalts unzureichend oder versprechen Auskünfte des Steuerpflichtigen keinen Erfolg, so kann der Außenprüfer auch andere Betriebsangehörige um Auskunft ersuchen. § 93 Abs. 2 Satz 2 und § 97 Abs. 2 gelten nicht.

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