Freitag, 16. November 2018

Carrefour Blessuren vom Discounter-Krieg

Die Rabattschlacht im europäischen Einzelhandel hinterlässt ihre Spuren. Der französische Branchenriese Carrefour musste im abgelaufenen Geschäftsjahr einen überraschenden Gewinnrückgang hinnehmen. Die größten Wachstumschancen sieht der Konzern für 2005 außerhalb seines Heimatmarktes.

Paris - Der harte Preiskampf mit Discountern wie Aldi und Lidl hat beim zweitgrößten Einzelhändler der Welt, Carrefour Börsen-Chart zeigen, im vergangenen Jahr den Gewinn überraschend einbrechen lassen. Der Überschuss sei um 15 Prozent auf 1,39 Milliarden Euro gesunken, teilte Carrefour am Donnerstag in Paris mit. Analysten hatten mit einem Anstieg auf 1,69 Milliarden Euro gerechnet. Der weltweite Umsatz stieg um 3,2 Prozent auf 81,4 Milliarden Euro.

Discounter. Der Preiskampf hinterläst Bramsspuren in der Carrefour-Bilanz
Carrefour hat auf die Billiganbieter mit Preissenkungen und dem Ausbau seines Discount-Geschäftes reagiert. Außerdem wurden Programme zur Kostensenkung gefahren und weniger rentable Bereiche abgestoßen. So wurden 57 Supermärkte in Spanien, Argentinien und Brasilien geschlossen und die Beteiligung an der portugiesischen Modelo Continente verkauft. Gleichzeitig expandierte Carrefour massiv in Polen, Griechenland, Frankreich und Italien.

Einen detaillierten Ausblick auf das laufende Jahr gab der Konzern nicht. Die Kapitalrendite soll auf über 20 Prozent steigen, angefeuert von der Geschäftsentwicklung außerhalb Frankreichs. Carrefour will 2005 mindestens eine Million Quadratmeter Nettoverkaufsfläche neu eröffnen. Alle Märkte seien inzwischen Nummer eins oder Nummer zwei bei den Billiganbietern in Frankreich, verkündete Carrefour. Laufenden Jahr will der Konzern den Rotstift ein weiteres Mal ansetzen und die Preise weiter drücken.

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